Datum: Samstag, 17.10.1998

Anstoß: 14.00 Uhr

Spielort: Stadion an der Beyerstraße, Chemnitz

Ergebnis: 2:0 (1:0)

Zuschauer: folgt



NOFV-Oberliga Süd • 9. Spieltag

VfB Chemnitz – SV 1919 Grimma  2:0 (1:0)

Chemnitz: folgt – Trainer: Neuhäuser

Grimma: Mieglitz – Ziffert, Schößler, Wohllebe (ab 62. Geißler), Zieger, Wiegratz, Mähne, Hannig, Liebich (ab 62. Braun), Birnbaum, Pörschmann (ab 74. Krahl) – Trainer: Lisiewicz

Schiedsrichter: folgt – Tore: 1:0 Schellenberg (39.), 2:0 Schädlich (90.) – Zuschauer: folgt im Stadion an der Beyerstraße zu Chemnitz


Spielberichte

Erneut gegen schwache Mannschaft nicht gepunktet

Chemnitz. Zu den Spitzenteams der Fußball-Oberliga zählt der VfB Chemnitz in dieser Saison nicht. Das mindeste war doch wohl ein Pünktchen, das der SV 1919 vom Tabellenletzten mitbringen sollte. Am Ende waren es nur betretene Gesichter!

Hatten die Gastgeber die ersten Chancen (Schuss von Findeisen/5., Lattenknaller von Sehellenberg/11.), wurde Grimma durch diese doch schnell wachgerüttelt. Gegen eine spielerisch gewiss nicht überzeugende VfB-Mannschaft konnte Gleichwertigkeit erzielt werden. Allerdings reichte auch bei Grimma auch der Druck auf das gegnerische Gehäuse nicht, um Treffer zu erzielen. So pfiff ein Kopfball von Ziffert nur knapp über das Tor von Metzner (15.). Wenig später bewahrte der VfB-Keeper seine Mannschaft vor einem Rückstand, als er gegen den aus Nahdistanz abziehenden Ziffert (21.) großartig reagierte. Dann endlich schien er geschlagen, doch Mähne (23.) schiebt den Ball am leeren Tor vorbei.

Aber auch die Gastgeber konnten das Publikum nicht so recht überzeugen. Ihnen fehlten einfach die zwingenden Tormöglichkeiten, um das Spiel zu diktieren. So war es einfach eine Patt-Stellung, die bis dato den Grimmaern nicht weh tat. Umso mehr erschütterte sie der Schlag der Gastgeber in der 39. Minute. Eine Flanke von rechts nimmt Sehellenberg direkt und knallt das Leder in Richtung Grimmaer Kasten. Durch Freund und Feind hindurch, am tatenlosen Mieglitz vorbei, fand die Kugel ihren Weg in die Maschen.

Dieses Tor gab den Gastgebern natürlich gehörigen Auftrieb, während es die Lisiewicz-Elf förmlich zu lähmen schien. Wie vorn Blitz aus heiterem Himmel waren sie eiskalt getroffen. Chemnitz versuchte, die Gunst der Stunde zu nutzen, um sofort scharf nachzuwaschen, scheiterte allerdings immer wieder am Abwehrgefüge der Grimmaer. „Gegenüber den Spielen in Cottbus und Erfurt haben wir uns in der Abwehr doch einigermaßen stabilisiert", meinte Trainer Rainer Lisiewicz, um dann enttäuscht hinzuzufügen: „Was man von der Chancenverwertung wohl nicht behaupten kann.“

Und in der zweiten Halbzeit standen den mitgereisten Grimmaer Fans die Haare zu Berge. Anstatt nun Druck zu machen, den Gegner in dessen Hälfte einzuschnüren, spielte der SV 1919 Lapidar-Fußball. Einzig Pörschmann (49.) zwang Metzner zu einer Parade. Aber bei dem Grimmaer Flügelflitzer machte sich die rüde Gangart seiner Gegenspieler immer mehr bemerkbar. Angeschlagen baute er ab und musste ausgewechselt werden (74.). Zuvor schon hatte Rainer Lisiewicz mit Braun und Geißler frische Leute gebracht. Für sie verließen der angeschlagene Wohllebe und Liebich, der nicht seinen besten Tag erwischt hatte, den Rasen (62.).

Hatte Grimma fast eine halbe Stunde lang in der zweiten Halbzeit auf den Druck der Gastgeber (Lattenschuss von Büttner/ 58., Schößler klärt gegen-Jung im Fünf-Meter-Raum/ 64.) mehr reagiert denn agiert, so versuchte man nun, Druck zu machen. Plötzlich sahen sich die Gastgeber in die Defensive gedrängt, und die Grimmaer bewiesen, dass sie durchaus in der Lage sind, ein Spiel zu diktieren. Allein der Ball wollte nicht ins VfB-Gehäuse. So befand sich der eingewechselte Krahl (79.) plötzlich in guter Schussposition – der Ball wird noch zur Ecke gelenkt. Einen Gewaltschuss von Zieger kann Papp kurz vor der Linie abblocken. Und Zifferts Kopfball von der Strafraumgrenze sah wohl jeder schon im Tor – aber das Leder strich um Millimeter am Pfosten vorbei.

Kurz vor dem Abpfiff hatte der Linienrichter auf der Grimmaer Seite seinen größten Aussetzer. Zuerst übersieht er ein deutliches Abseits an der Mittellinie. Dadurch kreuzt Findeisen im Verein mit Schädlich vor Mieglitz auf – weit und breit kein Grimmaer Abwehrspieler. Als Findeisen aber den Ball zu dem vor ihm postierten Schädlich schiebt, steht der wieder im Abseits – trotzdem Tor!

Trainer Rainer Lisiewicz konnte nach der Begegnung nur schwer seinen Ärger verbergen: „Hier muss man einfach gewinnen! Aber wenn man solche Chancen nicht reinmacht…“

Andreas Rücker


Mit schlechter Chancenverwertung den Bock nicht umgestoßen

Chemnitz. Beim Tabellenletzten der Fußball-Oberliga wollte der SV 1919 Grimma nun endlich den Bock umstoßen und den ersten Auswärtssieg landen. Doch dabei hatte man die Rechnung ohne Gastgeber VfB Chemnitz gemacht. Der erwies sich zwar nicht als übermäßig spielstark, nutzte aber seine Chancen besser als die Kreisstädter.

Bereits nach fünf Minuten setzte Findeisen das erste Achtungszeichen. Wenig später konnte Mieglitz einen Schuss von Sehellenberg (11.) gerade noch an die Latte des Grimmaer Gehäuses lenken. Nun doch wachgerüttelt, versuchte Grimma, den Gegner unter Druck zu setzen. Allerdings ließen sie dabei den unbedingten Zug zum Tor etwas vermissen. Trotzdem ergaben sich Chancen, die den wenigen Chemnitzer Zuschauern die Haare zu Berge stehen ließen. So strich ein Kopfball von Ziffert (15.) nur knapp über das Tor von Metzner. Dann konnte sich der VfB-Keeper bei einem Nahschuss des Grimmaers (21.) auszeichnen.

Endlich hatten Spieler und der mitgereiste Grimmaer Anhang den Torschrei auf den Lippen, aber Mähne schob den Ball am Tor vorbei (23.). An Chancen hatten die Chemnitzer in dieser Zeit nichts entgegenzusetzen. Dafür war es für sie aber auch leicht, die übrigen Grimmaer Angriffe abzuwehren, denn die wurden viel zu harmlos vorgetragen. Mit ungenauen Anspielen machte es sich der SV 1919 selbst schwer.

Der Führungstreffer der Gastgeber fiel dann wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Schellenberg wurde 20 Meter vor dem Grimmaer Tor angespielt und drückte, ohne lange zu überlegen, ab. Keeper Mieglitz, dem die Sicht versperrt war, musste tatenlos zusehen, wie der Ball zum 1:0 in seinem Gehäuse einschlug. Chemnitz versuchte nun gleich nachzulegen, scheiterte aber immer wieder an der Grimmaer Abwehr, die sich gegenüber den letzten Auswärtsspielen doch formverbessert zeigte.

In der Kabine gab es dann einige harte Worte von Trainer Rainer Lisiewicz zu hören. Doch die hatten die Spieler wohl vergessen, als der zweite Spielabschnitt angepfiffen wurde. Anstatt selbst die Initiative zu ergreifen, reagierte man nur auf Chemnitzer Angriffe. Wie durch ein Wunder blieb man in dieser Phase ohne Gegentreffer. Büttner (Lattenoberkante, 58.) und Jung (Schößler klärt, 64.) hatten die Chancen dazu.

Erst eine Viertelstunde vor Spielende wurde Grimma munter. Der eben erst eingewechselte Krahl vergab allerdings in guter Position (79.). Gleich darauf wurde ein Gewaltschuss von Zieger abgeblockt (80.). Ein Ziffert-Kopfball von der Strafraumgrenze strich knapp vorbei (89.). In der letzten Spielminute dann die Entscheidung, als Findeisen und Schädlich (abseitsverdächtig) in die entblößte Grimmaer Abwehr stoßen und Schädlich den zweiten Treffer für seine Mannschaft erzielen kann.

Andreas Rücker


Der Spieltag in der Übersicht

FC Carl Zeiss Jena II – 1. FC Aschersleben  6:0

SV Fortuna Magdeburg – FC Energie Cottbus Amat.  0:5

VfB Chemnitz – SV 1919 Grimma  2:0

VfL Halle 96 – VfB Leipzig II  4:2

SV JENAer Glaswerk – 1. Suhler SV 06  1:1

FV Dresden Nord – FSV Hoyerswerda  1:1

FSV Wacker 90 Nordhausen – Bischofswerdaer FV 08  3:0

Bornaer SV – SSV Erfurt-Nord  0:0