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Zweite Halbzeit deutlich zielstrebiger


NOFV-Oberliga • Testspiel

FC Grimma – SV Tapfer 06 Leipzig  6:0 (0:0)

Grimma: Hauswald (ab 46. Böhm) – Markus (ab 46. Rietschel), Choschnau (ab 79. Schwarz), Bartsch, Huhn (ab 46. Spreitzer) – Beiersdorf (ab 46. Diermann), E. Ziffert (ab 65. Beiersdorf) – Jackisch (ab 46. Walter), Goldammer (ab 46. Stockmann), Pechmann (ab 46. Farkas) – Tröger (ab 46. Böhme) – Trainer: St. Ziffert

SV Tapfer: Schmidt – Nathe (ab 70. Benedetto), Hohl (ab 54. Schwonke), Schiller (ab 65. Stiehler), Hopf (ab 70. Kögel) – Anders (ab 46. Nordmann), Gorsler – Morgenstern (ab 79. Lory), Justin, Lory (ab 46. Dörrlamm) – Halko (ab 46. Kober) – Trainer: i.V. Stapel

Schiedsrichter: Haubenschild (Pegau) – Schiedsrichter-Assistenten: Rohland (Borna), Leichsenring (Hohnstädt) – Tore: 1:0 Böhme (60.), 2:0 Farkas (61.), 3:0 Spreitzer (62.), 4:0 Stockmann (74.), 5:0 Böhme (77.), 6:0 Walter (87.) – Gelbe Karten: keine – Reservebänke: keiner – keiner – Zuschauer: 20 im Husaren-Sportpark (Kunstrasen) zu Grimma

 

Grimma. Nach dem torlosen 0:0-Unentschieden gegen den Sachsenliga-Zweiten SG Taucha hat Oberligist FC Grimma sein zweites Testspiel erfolgreich bestritten. Gegen den SV Tapfer 06 Leipzig, aktuell Zweiter der Landesklasse Nord, siegten die Muldestädter sicher mit 6:0 (0:0), doch tat sich die Mannschaft von Trainer Steffen Ziffert eine Halbzeit lang richtig schwer. Lange Zeit fehlte es im Offensivspiel am nötigen Tempo und an den Tiefenläufen, um die gut strukturierte Hintermannschaft der Gäste unter Druck zu setzen. Hinzu kam ein äußerst schlampiges Grimmaer Passspiel, so dass nie ein richtiger Spielfluss aufkam und das Geschehen extrem statisch wirkte. Ein Standardtor nach gut einer Stunde ebnete dann jedoch den Weg für den letztlich klaren Erfolg. Im Anschluss wirkten die Gastgeber deutlich zielstrebiger, weiterhin legte man in der Pass-Qualität zu und fand damit auch Lösungen, um immer wieder für Torgefahr zu sorgen. Am Ende des Tages wurde das Ziel erreicht: Die Muldestädter spielten zu Null und machten mit einem klaren Ergebnis den Zwei-Klassen-Unterschied deutlich. Dennoch vergaß Steffen Ziffert in seiner Auswertung die ersten 45 Minuten nicht, wo im Grimmaer Spiel einiges Stückwerk blieb. „Nach einer recht ordentlichen Anfangsphase, wo wir gut angelaufen sind, haben wir uns aufgrund der mangelnden Pass-Qualität selbst aus dem Rhythmus gebracht“, so der Grimmaer Trainer. „Daher konnten wir Tapfer nicht wie gewünscht unter Druck setzen, auch wenn wir in der ersten Hälfte trotzdem zwei, drei Möglichkeiten besaßen. Nach dem Wechsel, speziell nach unserem Führungstor, haben wir es dann bedeutend besser gemacht. Wir haben mit mehr Konsequenz gespielt, haben in der Folgezeit die nötigen Tiefenläufe gemacht und somit am Ende des Tages noch einen klaren Erfolg herausgeschossen. Nichtsdestotrotz müssen wir die Begegnung in der Schlussphase sauberer zu Ende bringen. Hier agierten wir zu sorglos und nicht mit der letzten Konzentration, so dass Tapfer dort den einen oder anderen Treffer hätte erzielen können. Aber vom Grundsatz her bin ich mit dem Defensiv-Verhalten meiner Mannschaft einverstanden. Außer in der Endphase haben wir – wie bereits gegen Taucha – so gut wie nichts zugelassen.“

Dabei sahen die Zuschauer in den ersten 45 Minuten eine Grimmaer Mannschaft, die sich über weite Strecken regelrecht quälte. Nach recht vielversprechenden Anfangsminuten schluderten die Muldestädter im Passspiel gewaltig, so dass nie der richtige Angriffsdruck aufkam. Insgesamt war das Tempo viel zu niedrig, auch, weil sich die Ziffert-Schützlinge viel zu selten in den Eins-gegen-Eins-Duellen behaupten konnten und aufgrund der fehlenden Tiefenläufe im Passspiel immer wieder die Sicherheitsvariante wählten. Nichtsdestotrotz war die eine oder Gelegenheit vorhanden, um trotzdem in Führung zu gehen. Christoph Jackisch fand mit zwei Versuchen in Tapfer-Schlussmann Tiberius Schmidt seinen Meister (16., 24.), einen von der Gäste-Hintermannschaft zu kurz abgewehrten Ball jagte Matty Goldammer aus bester Position völlig freistehend über den Querbalken (34.). Hinzu kam, dass einem sehenswerten Freistoßtor von Felix Beiersdorf durch Schiedsrichter Tim Haubenschild (Pegau) die Anerkennung verwehrt blieb, da einige Grimmaer bei der Ausführung den Abstand zur Gäste-Mauer nicht einhielten (21.). Defensiv brannte zwar bis zur Halbzeit nichts an, doch was der Oberligist im Spiel nach vorn ablieferte, war einfach zu wenig. Zwar bedrohte Lenny Pechmann mit einem Schuss aus spitzem Winkel abermals das Tapfer-Gehäuse, doch blieb Schmidt erneut auf der Höhe des Geschehens (40.).

Mit Beginn der zweiten 45 Minuten wurde die Grimmaer Vorstellung dann deutlich besser. Fortan legte man in der Pass-Qualität zu und wurde dadurch insgesamt zielstrebiger. Sehenswert durch Moritz Diermann eingeleitet, brach Louis Walter über die rechte Seite durch, doch spielte dieser den folgenden Querpass zu Samyr Farkas etwas zu scharf, so dass der Ball für ihn unerreichbar blieb (48.). Doch wenig später war es dann soweit – mit einer Standardsituation fanden die Muldestädter den Dosenöffner, um die Partie letztlich klar in die eigenen Bahnen zu lenken. Einen Eckball von Eric Ziffert verlängerte Farkas per Kopf ins Sturmzentrum – Patrick Böhme hatte aus Nahdistanz wenig Mühe, um aus Nahdistanz zum 1:0 zu vollenden (60.). Dies war das Signal für die Ziffert-Schützlinge, die in den nächsten zwei Minuten Nägel mit Köpfen machen und der Partie eine gewisse Vorentscheidung bescherten. Abermals von Diermann eingeleitet, traf Farkas nach flacher Eingabe von Tom Stockmann zum 2:0 (61.), 60 Sekunden später hob Robin Spreitzer die Kugel nach Vorarbeit von Böhme über Tapfer-Schlussmann Schmidt zum 3:0 in die Maschen (62.). Die Gäste hatten fortan einige Mühe, sich von diesem Tripleschlag zu erholen. Nichtsdestotrotz hatte Torjäger Oliver Kober eine recht vielversprechende Abschluss-Gelegenheit, doch ließ sich Lukas Böhm im FC-Tor nicht überraschen (67.). Zwingender und zielstrebiger war jedoch fortan der Oberligist, der sich in der Folgezeit eine Reihe weiterer Tormöglichkeiten erspielte. Nach flacher Eingabe von Böhme hätte Farkas eigentlich den vierten Treffer markieren müssen, doch drückte er die Kugel aus Nahdistanz am Tor vorbei (70.). Besser machte es allerdings kurz darauf Tom Stockmann. Nachdem die Muldestädter glänzend die Abseitsfalle der Gäste aushebelten, legte Böhme die Kugel im Anschluss uneigennützig auf den Youngster quer, der daraufhin keine Mühe hatte, die Kugel im Tor unterzubringen – 4:0 (74.). Doch damit noch nicht genug. Erneut klasse von Diermann eingeleitet, sah Spreitzer im Anschluss mit einem Querpass den besser postierten Böhme, der den Ball zum 5:0 ins verwaiste Tor schob (77.). Besagter Böhme hätte wenig später sogar noch das halbe Dutzend vollmachen können, doch scheiterte er mit seinem Schuss auf gut reagierenden Schmidt (82.).

Angesichts des klaren Vorsprungs ließ die Konzentration der Muldestädter in den letzten Minuten jedoch spürbar nach. So kamen die Gäste doch noch zu der einen oder anderen Gelegenheit, welche ein Tor hätte nach sich ziehen müssen. Hier erwies sich allerdings Schlussmann Böhm als mehrmals unüberwindbares Hindernis und machte diese Möglichkeiten allesamt zunichte. Tauchte er zunächst nach einem Flachschuss von Paul Gorsler reaktionsschnell ab (80.), gewann Böhm kurz darauf das Eins-gegen-Eins-Duell gegen Kober, der nach einem viel zu kurz geratenen Rückpass des eingewechselten Niclas Rietschel allein vor ihm auftauchte (83.). Zu guter Letzt musste der Grimmaer Keeper noch einmal beherzt zupacken, als er einen Kopfball von Kober nach vorherigem Eckball aus dem oberen Eck fischte (86.). „Hier muss ich von meiner Mannschaft allerdings erwarten, dass wir die Begegnung seriöser zu Ende spielen“, so Trainer Steffen Ziffert im Nachgang. „Das darf uns so nicht passieren – in der Oberliga wird dies bestraft.“ Was die Gäste in der Endphase nicht schafften, demonstrierten die Platzherren drei Minuten vor Schluss dagegen noch einmal. Nach feiner Vorarbeit von Michel Schwarz – der nach gut einem Dreivierteljahr Verletzungspause in den letzten zehn Minuten sein Comeback feierte – hob Louis Walter die Kugel gefühlvoll über Tapfer-Schlussmann Schmidt zum 6:0-Endstand in die Maschen (87.).

Fazit: Trotz des am Ende des Tages klaren Erfolgs gilt es diesen Test sachlich auszuwerten und das Ergebnis richtig einzuordnen. Luft nach oben ist in allen Bereichen noch reichlich vorhanden. Den letzten Test vor dem Oberliga-Nachholspiel daheim gegen den VfL Halle 96 (Samstag, 03.02.2024 • Anstoß: 13.30 Uhr) bestreiten die Muldestädter bereits am Samstag. Dann gastiert der Spitzenreiter der Verbandsliga Sachsen-Anhalt und letztjähriger Oberliga-Absteiger, der SV Blau-Weiß Zorbau, im Grimmaer Husaren-Sportpark. Entgegen vorherigen Veröffentlichungen wird die Partie statt um 14.00 Uhr dann bereits um 13.00 Uhr angepfiffen.


Im Spiegel der Presse und der Digitalen Medien

Deutliche Niederlage in Grimma

Grimma. Defensiv kompakt verteidigen und keine „einfachen“ Fehler machen, lautete das Ziel. Das wir das 60 Minuten ganz gut geschafft haben zeigt uns das Ergebnis bis dahin. Leider verspielen wir unsere gute Defensivarbeit innerhalb von drei Minuten komplett. Im Spiel nach vorne agierten wir über die 90 Minuten viel zu ungenau und teilweise zu hektisch.

Nach einigen Wechseln und zu einfachen Fehlern im Spielaufbau folgten noch drei weitere Gegentore. Am Ende fällt die Niederlage vielleicht ein wenig zu hoch aus aber dafür kann sich am Ende keiner was kaufen. Weiter arbeiten und Gas geben.

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