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Donnerstag, 23. Februar 2012
"Der Klassenerhalt steht absolut über Allem"

Interview mit Uwe Trommer (Trainer FC Grimma)

LVZ: Uwe Trommer, seit 01.01.2012 sind Sie beim Sachsenligisten FC Grimma als Cheftrainer verantwortlich. Wie sind Ihre ersten Eindrücke?
Uwe Trommer: Insgesamt bin ich positiv überrascht. Vor allem imponiert mir, mit wie viel Herzblut hier alle bei der Sache sind. Ich bin sehr angetan vom Klima in der Mannschaft. Auch die Zusammenarbeit mit dem Betreuerstab und dem Umfeld, dazu zählt auch die Vereinsgaststätte, passt ganz hervorragend. Ich bin froh, dass wir alle sehr gut zusammengefunden haben. Auch die ehrliche Umgangsweise mit dem Vorstand um Egon Pape und Thomas Schulke, ist professionell und gefällt mir gut. Darauf lässt sich wirklich aufbauen. Dementsprechend bin ich sehr optimistisch für die Rückrunde.

LVZ: Sie hatten ja zuletzt, seit ihrer beendeten Tätigkeit beim 1. FC Lokomotive Leipzig im Sommer 2010, keine weitere Trainerstation. Wie kam der Kontakt mit dem FC Grimma zustande?
Uwe Trommer: Aufgrund der sportlichen Situation wollte man in Grimma eine Veränderung auf der Trainerposition. Der Präsident Egon Pape hat sich daraufhin sehr um mich bemüht. Meine ehemaligen Spieler bei Lok Leipzig, Jan Evers und Alexander Kunert, haben sich wohl an meine Qualitäten zu jener Zeit erinnert und empfohlen, mich zu kontaktieren.

LVZ: Wie beurteilen Sie Ihr neues Team? Sind Sie mit der Vorbereitung zufrieden?
Uwe Trommer: Insgesamt bin ich mit der Vorbereitung sehr zufrieden. Alle sind eifrig bei der Sache und haben überragend mitgezogen. Trotz der Belastung innerhalb dieser Vorbereitungsphase haben Co-Trainer Daniel Wohllebe und ich versucht, das Training kurzweilig zu gestalten. Das Feedback der Mannschaft zeigt mir, dass dies positive Wirkung zeigt. Ich denke, wir haben eine gute Basis hinsichtlich Leistungsniveau und Teamgeist.

LVZ: Welche Ziele haben Sie sich und der Mannschaft für die Rückrunde gesetzt?
Uwe Trommer: Für uns kann es einzig und allein um den Klassenerhalt gehen. Dieses Ziel steht einfach über allem. Und es ist auch völlig egal, ob wir dieses Ziel bereits drei Runden vor Schluss oder erst am letzten Spieltag in der 93. Minute realisieren. Einen Schönheitspreis gibt es nicht. Für uns muss es einfach darum gehen, die nötigen Punkte zu sammeln und drei Mannschaften hinter uns zu lassen. Sicherlich wird die Aufgabe nicht einfach, es wird vor allem eine Herausforderung im mentalen Bereich. Abstiegskampf wird zu großen Teilen im Kopf entschieden.

LVZ: Was sind für Sie die Hauptkriterien bzw. entscheidende Faktoren für eine erfolgreiche Rückrunde?
Uwe Trommer: Grundlage dafür ist vor allem eine gut funktionierende Mannschaft. Weiterhin hoffe ich, dass wir von ausuferndem Verletzungspech verschont bleiben. Wir versuchen, entsprechend über Trainingsinhalte wie Gymnastik und der Betreuung durch unseren Physiotherapeuten Falk Pilz gegen zu steuern. Des Weiteren ist ein guter Start in die Rückrunde wichtig für das Selbstvertrauen des Teams.

LVZ: Wo wollen Sie den Hebel ansetzen um die Mannschaft aus dem Tabellenkeller zu holen?
Uwe Trommer: Ich glaube, den Hebel haben wir schon in der Vorbereitung angesetzt. Vor allem in mentaler Hinsicht denke ich, einiges bewirken zu können. Ich versuche, meine langjährige Erfahrung als Spieler einfließen zu lassen und daher Situationen, die auftreten können, im Vorfeld zu erklären. Spieler haben ein feines Gespür, ob Hinweise rein theoretischer Natur sind oder ob sie sich auf Erlebtes gründen. Daher weiß ich auch, wann Spieler Zuspruch brauchen bzw. wann man verbal rauere Töne anschlagen muss.

LVZ: Was sagen sie zu den Trainingsbedingungen bzw. zum Umfeld des FC Grimma?
Uwe Trommer: Einfach toll! Für Landesligaverhältnisse haben wir schon sehr gute infrastrukturelle Bedingungen. Durch den Kunstrasenplatz ist es gelungen alle Vorbereitungsspiele auch bei schwierigen Wetterverhältnissen planmäßig durchzuführen. Hier in Grimma wird der Fokus auf die I. Mannschaft gelegt, was im Grunde selbstverständlich, aber nicht überall so ist. Sie ist nun mal das Aushängeschild eines jeden Fußballvereines. Mit viel Enthusiasmus wird zudem Vieles ermöglicht, beispielsweise wurde kurzfristig die Nutzung einer Sport- und der Schwimmhalle organisiert. Ich spüre, dass hier unheimlich viel Engagement mit Freude an der Sache einher geht. Als Verantwortlicher freue ich mich nun auf den Rasenplatz im Stadion der Freundschaft, von dem ich als Spieler schon schwer beeindruckt war.

LVZ: Im Rahmen der Möglichkeiten konnte der FC mit Benjamin Wagner, Stephan Knoof, Marco Weichert und Christoph Jackisch gleich vier neue Leute im Winter verpflichten. Wie denken Sie über Ihren aktuellen Kader?
Uwe Trommer: Ich bin der Überzeugung, dass wir aktuell einen guten Landesliga-Kader beisammen haben. Die individuelle Qualität der Spieler ist unter normalen Umständen absolut ausreichend, um eine gute Rolle in dieser Liga zu spielen. Allerdings starten wir aus ungünstiger Ausgangslage und müssen schnellstmöglich in ruhiges Fahrwasser gelangen. Perspektivisch können wir uns in Grimma andere Ziele setzen. Die positive Entwicklung des Vereins muss einfach weitergehen. Ich bin beeindruckt wie die jungen Spieler wie Chris Rückert, Christoph Jackisch oder Robin Brand auftreten. Sie besitzen großes Potenzial, weil sich bei Ihnen Talent mit Engagement und Bodenständigkeit verbindet. Die jungen Spieler werden bei mir auf jeden Fall ihre Einsatzzeit bekommen und ich wäre nicht überrascht, wenn gerade diese Spieler im Endeffekt die Kastanien aus dem Feuer holen.

LVZ: Sie waren ja nun auch schon Cheftrainer beim Oberligisten 1. FC Lok Leipzig. Welche Parallelen bzw. Unterschiede sehen Sie auf Ihre jetzige Aufgabe in Grimma?
Uwe Trommer: Allein vom öffentlichen und Fan-Interesse kann man diese beiden Vereine nicht miteinander vergleichen. In Grimma fällt mir auf, dass sehr ehrlich miteinander umgegangen wird. Hier ist ein Wort noch ein Wort, hier werden Zusagen eingehalten. Das war zum Ende bei Lok Leipzig leider nicht so. Weiterhin ist hier die I. Mannschaft das Non-Plus-Ultra im Verein. In Probstheida erfuhr zu meiner Zeit die I. Mannschaft nicht die Wertschätzung, die sie verdient hätte. Frauen-, Nachwuchs-, Traditionsmannschaften hatten nach Verständnis der Verantwortlichen gleichen Stellenwert. Mittlerweile hat man dies dort begriffen. Parallelen sehe ich durchaus, was einzelne Spieler mit großen individuellen Fähigkeiten betrifft. Auch das Mannschaftsgefüge und der Teamgeist hier in Grimma erinnern mich an die erfolgreichen Zeiten, als wir mit Lok die Aufstiege in die Landes- bzw. Oberliga feiern konnten.

LVZ: Am Samstag geht’s los. Gegner zum Auftakt ist Topfavorit SSV Markranstädt. Mit welchen Erwartungen gehen Sie an diese Aufgabe heran?
Uwe Trommer: Aufgrund der Tabellenkonstellation gehen wir natürlich als klarer Außenseiter in diese Partie. Markranstädt hat einen Oberliga-Kader beisammen, beherrscht die Liga bisher nach Belieben und wird mit Sicherheit auch aufsteigen. Trotzdem ist in einem Spiel immer alles möglich. Alle freuen sich, dass es endlich wieder los geht. Meine Spieler sind fit und besonders heiß für das Duell mit dem Spitzenreiter. Wir können befreit aufspielen, alles andere als eine Niederlage wird von neutralen Betrachtern nicht erwartet. Wir werden uns jedoch nach Kräften wehren, einen offenen Kampf liefern und alles versuchen. Es kommt im Fußball vor, dass es dennoch nicht zu Zählbarem reicht. Wenn eine Mannschaft alle Möglichkeiten ausgeschöpft hat, wird man ihr nie einen Vorwurf machen.
Die Mannschaft würde sich freuen, wenn am Samstag zahlreiche Zuschauer dem Spiel beiwohnen würden – alle Besucher sind am Samstag recht herzlich willkommen. Wir vom FC Grimma versprechen jedenfalls, dass wir die Fans auf keinen Fall enttäuschen werden.

Tom Rietzschel

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