FC Grimma

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Spielberichte

Montag, 8. Mai 2017
Grimma nah dran, doch ungeschlagener Spitzenreiter fδllt nicht um

Stefan Tröger (links) versucht den Schuss des Eilenburgers Moritz Zeiße (Nr. 19) zu blocken.
Foto: Karsten Hannover – Grimma

WEKU-Sachsenliga – 25. Spieltag –

FC Grimma – FC Eilenburg 1:1 (1:0)
Grimma: Evers – Kurzbach, Maruhn, Dietrich, Ziffert (ab 67. Szepesi) – Tröger, Brand – Radig, Engler, Wiegner – Jackisch – Trainer: Wohllebe
Eilenburg: Sujica – Klemm, Majetschak, Hofmann (ab 78. Schlegel), Winkler – Stöbe, Heidel – Bartlog (ab 66. Schlesinger), Zeiße (ab 87. Kummer), Sauer – Stelmak – Trainer: Knaubel
Schiedsrichter: Gundler (Chemnitz) – Schiedsrichter-Assistenten: Sternkopf, Schröder (beide Chemnitz) – Tore: 1:0 Wiegner (18.), 1:1 Ziffert (48., Selbsttor) – Gelbe Karten: Radig (Foulspiel – 23.), Kurzbach (Meckern – 29.), Wiegner (Foulspiel – 80.), Tröger (Foulspiel – 84.) – Hofmann (Handspiel – 45.+2), Stöbe (Foulspiel – 71.), Heidel (Foulspiel – 87.) – Reservebänke: Wagner, Drobniak, Bouamama, Schwarz – Thomas (Tor), Schmidt, Jochmann, Döbelt – Zuschauer: 325 im Stadion der Freundschaft zu Grimma

Grimma. Respekt für diese Vorstellung! Vor guter Kulisse trotzte Sachsenligist FC Grimma im Mulde-Derby dem souveränen Spitzenreiter FC Eilenburg im heimischen Stadion der Freundschaft zwar letztlich nur ein 1:1 (1:0)-Unentschieden ab, doch wie sich die Mannschaft von Trainer Daniel Wohllebe über die 90 Minuten präsentierte, genießt höchste Anerkennung. Aufgrund der Chancenvorteile war für die Gastgeber insgesamt sogar noch mehr machbar – die erste Saisonniederlage der Nordsachsen lag absolut im Bereich des Möglichen. Der Tabellenführer wackelte zwar leicht, doch im Stil einer Spitzenmannschaft fiel er nicht um, sondern machte aus wenig das an diesem Tag für ihn Maximale. Die Grimmaer verpassten es, sich für diese couragierte Vorstellung gegen den Top-Favoriten selbst zu belohnen, so dass es letztlich beim Remis blieb. Während der Tabellenführer und künftige Aufsteiger in die Oberliga Süd am kommenden Wochenende aufgrund des Görlitzer Rückzugs spielfrei hat, kämpft der FC Grimma am nächsten Sonntag um 15.00 Uhr bei Kickers Markkleeberg um weitere Meisterschaftspunkte.
Von Beginn an entwickelte sich eine hoch intensive Sachsenliga-Begegnung, in welcher die Einheimischen sich sofort hellwach präsentierten. Perfekt von Trainer Daniel Wohllebe eingestellt, agierte man im Defensivbereich höchst konzentriert, war von Beginn an präsent und giftig und setzte im Spiel nach vorn immer wieder Akzente. Für die erste Duftmarke sorgte Christoph Jackisch, dessen Schuss von der Strafraumgrenze knapp über den Querbalken strich (9.). Spielerisch schlugen sich Gäste sicherlich die feinere Klinge, doch wie die Platzherren sich als Kollektiv dem Favoriten entgegen stellten, war schon bemerkenswert. Dem FCE wurde durch eine intensive Zweikampfführung immer wieder deren spielerischer Moment genommen, das sehr laufstarke Spiel hielten die Gastgeber bis zum Spielende komplett durch. Die gefährlichen Eilenburger Top-Torjäger Stelmak und Zeiße waren bei der Grimmaer Hintermannschaft sehr gut aufgehoben – die Gastgeber hatten eindeutige Vorteile in Hälfte eins. Nicht von ungefähr gingen die Wohllebe-Schützlinge dann auch in Führung. Sehr gut von Toni Ziffert eingeleitet, umkurvte Kevin Wiegner zunächst Gäste-Schlussmann Sujica und schoss aus der Drehung zum 1:0 ein (18.). Dieser Treffer hab den Gastgebern zusätzliches Selbstvertrauen. Gefährlich zog Rico Engler einen Freistoß über die Mauer, doch fehlten hier die berühmten Zentimeter (20.). Auch in der Folgezeit hatten die Grimmaer alles unter Kontrolle, auch wenn die Gäste ab und an ihr spielerisches Potenzial andeuteten. Spätestens vor dem Grimmaer Strafraum waren die Eilenburger allerdings mit ihrem Latein am Ende, als Kollektiv gelang es die Gäste-Angriffe immer wieder im Keim zu ersticken. Einmal wurde es jedoch vor dem Tor der Gastgeber richtig eng. Nach einem langgezogenen Freistoß von Majetschak schlängelte sich Zeiße – mit Unterstützung der Hand – geschickt um Tröger herum und traf aus der Drehung nur den Pfosten (44.). Dies war jedoch die einzige Gäste-Gelegenheit in Halbzeit eins. Dagegen hätten die Platzherren vor dem Pausenpfiff sogar noch nachlegen können, doch ließ sich Sujica nach einem Jackisch-Freistoß auf die Torwartecke nicht überraschen (45.+2).
Nach die klasse ersten Halbzeit wollten die Gastgeber natürlich auch in der zweiten Hälfte daran anknüpfen, doch wurde sämtliches Konzept bereits wenige Minuten nach Wiederanpfiff komplett über den Haufen geworfen. Sehr gut von Winkler und Sauer eingeleitet, tankte sich Stelmak auf der linken Strafraumseite geschickt durch, wobei Ziffert dessen anschließende flache Eingabe unglücklich zum 1:1 ins eigene Netz bugsierte (48.). Eilenburg kam fortan besser in die Partie, die Gastgeber mussten sich kurz schütteln. Majetschaks Kopfball nach vorherigem Bartlog-Eckball klärte der aufmerksame Stefan Maruhn, den Nachschuss jagte Stöbe per Direktabnahme über den Kasten (52.). Doch die Einheimischen fanden anschließend wieder zurück in die Begegnung. Aus den Ballgewinnen wurde immer wieder versucht schnell nach vorn zu spielen. So setzte sich Wiegner auf der linken Seite beherzt gegen Klemm durch, doch aus spitzem Winkel verfehlte er das Tor nur knapp (55.). Kurz darauf versuchte sich Ziffert nach einer langgezogenen Tröger-Eingabe per Direktabnahme, doch fehlten auch hier die berühmten Zentimeter (57.). Das Chancenplus bestand weiterhin bei den Grimmaern, obwohl die Gäste fortan besser in der Partie waren. Allerdings lag eine erneute Führung der Einheimischen durchaus im Bereich des Möglichen. Wiegner scheiterte von der linken Seite am gut mit dem Fuß reagierenden Sujica (60.), beim folgenden Jackisch-Eckball kam Stefan Tröger einen halben Schritt zu spät um die Kugel kontrolliert in Richtung Tor drücken zu können (61.). Zwar war die Gefährlichkeit der Gäste weiterhin im Ansatz zu sehen, doch entstand vor dem Evers-Tor nichts Zwingendes. Etwas anders sah dies bei den Gastgebern aus. Sehr gut von Jackisch eingeleitet, setzte der eingewechselte Bence Szepesi einen Schuss zu hoch an (70.), beim folgenden Jackisch-Freistoß aus beträchtlicher Entfernung ließ sich Sujica nicht überraschen (71.). Die beste Möglichkeit ließ jedoch Engler ungenutzt, als er, nach guter Jackisch-Vorarbeit, die Kugel von der Strafraumgrenze und freier Schussbahn über den Kasten jagte (75.). So mussten die Gastgeber jedoch im Defensivbereich weiterhin höchst konzentriert bleiben. So kam der Tabellenführer gegen Ende nochmal zu einer Möglichkeit, als ihr zahlreich mitgereister Anhang bereits den Torschrei auf den Lippen hatte. Der eingewechselte Schlegel legte, nach Vorarbeit des ebenfalls ins Spiel gebrachten Schlesinger, die Kugel zurück auf den nachrückenden Sauer, doch verfehlte dieser mit seinem Schuss deutlich das Ziel (83.). Es ging bei diesem absoluten Fight bis zum Ende hin und her, wobei die Partie sehr intensiv blieb und es letztlich beim 1:1-Remis bleiben sollte. Als der sehr gut leitende Schiedsrichter Gundler (Chemnitz) nach 93 Minuten die Partie beendete, zeigten sich die Gastgeber zwar etwas enttäuscht, weil natürlich aufgrund der Chancenvorteile etwas mehr drin war. Doch kann man deren Vorstellung nur in höchsten Tönen loben. Den Eilenburgern kann man nur alles Gute für die kommende Oberliga-Saison wünschen, wobei sie dort mit dieser Mannschaft eine sehr gute Rolle spielen werden.
Tom Rietzschel

Samstag, 22. April 2017
Auswδrtspunkt in Riesa nach deutlicher Steigerung in zweiter Hδlfte

WEKU-Sachsenliga – 23. Spieltag –

BSG Stahl Riesa – FC Grimma 1:1 (1:0)
Riesa: Hesse – Zech, Horinek (ab 73. Bierstedt), Kutsche, Krake – Köhler, Gründler – Krechlak, Ludwig (ab 70. Penicka), Fricke – Wolf (ab 19. Runge) – Trainer: Küttner
Grimma: Evers – Kurzbach, Maruhn, Dietrich, Ziffert – Schwarz, Brand – Wiegner, Engler, Radig (ab 78. Szepesi) – Jackisch – Trainer: Wohllebe
Schiedsrichter: Hartig (Freital) – Schiedsrichter-Assistenten: Stary, Wendt (beide Dresden) – Tore: 1:0 Dietrich (6., Selbsttor), 1:1 Wiegner (90.+1) – Gelbe Karten: Köhler (Foulspiel – 56.), Horinek (Unsportlichkeit – 70.) – Radig (Unsportlichkeit – 32.), Maruhn (Unsportlichkeit – 88.) – Reservebänke: Kycek (Tor), Schreiber – Bache (Tor), Konzok, Wagner – Zuschauer: 311 in der Stahl-Arena, Riesa

Riesa. Wie schon vor 14 Tagen beim 1:1 (0:1)-Unentschieden in Zwenkau hat Sachsenligist FC Grimma Moral gezeigt und durch einen späten Treffer noch einen Punkt gerettet. Beim Tabellenfünften, der BSG Stahl Riesa, trennte sich die Mannschaft von Trainer Daniel Wohllebe wiederum 1:1 (0:1)-Remis und konnte sich somit für die Steigerung der zweiten 45 Minuten belohnen. Insgesamt sahen die 311 Zuschauer in der Riesaer Stahl-Arena eine Partie mit zwei grundverschiedenen Halbzeiten. In Hälfte eins war der ehemalige DDR-Oberligist – mit dem Wind im Rücken – das bessere Team, wirkte aggressiver, präsenter und war immer einen Schritt schneller. Durchgang zwei gehörte dann klar den Gästen von der Mulde, als man endlich ins Spiel fand und sich deutlich zu steigern wusste. Auch wenn der Grimmaer erst kurz vor Ultimo fiel, spiegelt das Endresultat den Spielverlauf gut wider. Beide Mannschaften bleiben mit diesem Remis auf ihrem Tabellenplatz stehen. Die Riesaer, die nächsten Sonntag nach Niesky müssen, verharren auf Position fünf, Grimma ist weiterhin Dritter. Die Muldestädter haben nach dem Görlitzer Rückzug am kommenden Wochenende spielfrei, ehe dann am Sonntag, den 7. Mai um 15.00 Uhr der Tabellenführer FC Eilenburg im Stadion der Freundschaft gastiert.
Dabei begann die Begegnung aus Sicht der Wohllebe-Schützlinge mit dem Schlimmsten, was eigentlich passieren konnte. Zunächst wurde Fricke auf der linken Riesaer Angriffsseite nicht am Flanken gehindert, anschließend schlug ein Klärungsversuch von FC-Innenverteidiger Mirko Dietrich – welcher von Wolf bedrängt wurde – unglücklich zum 1:0 im eigenen Gehäuse ein (6.). Dieser Führungstreffer tat Riesa sichtbar gut, die Gäste hatten große Mühe sich mit den Gegebenheiten abzufinden und ins Spiel zu kommen. Die Einheimischen wirkten viel präsenter und zielstrebiger, ohne sich jedoch die großen Möglichkeiten erarbeiten zu können. Nach einem Eckball von Ex-Bundesligaprofi Ludwig landete ein Kopfball von Köhler knapp drüber (17.), bei einem Schuss von Fricke musste FC-Schlussmann und Geburtstagskind Jan Evers ernsthaft eingreifen (32.). Bei den Muldestädtern war im Spiel nach vorn zunächst jede Menge Sand im Getriebe, einzig ein Schuss von Christoph Jackisch ließ Ex-Bundesliga-Keeper Hesse (Alemannia Aachen) im Stahl-Gehäuse abtauchen (35.). Zwingender waren zweifelsohne die Elbestädter, die kurz vor dem Pausenpfiff noch einmal gefährlich wurden. Sehr gut von Ludwig per Rückpass inszeniert, zischte ein Fricke-Schuss von der Strafraumgrenze knapp über den Querbalken (42.).
Aus den Kabinen kamen die Muldestädter dann mit deutlich mehr Schwung. Plötzlich nahmen die Wohllebe-Schützlinge die Zweikämpfe an, wirkten entschlossener und begannen auch in der Offensive Akzente zu setzen. Das erste Achtungszeichen setzte Dennis-Sven Radig mit einem Schuss von der Strafraumgrenze, doch brauchte Hesse hier nicht einzugreifen (48.). Auch die Grimmaer Standardsituationen wurden auf einmal gefährlicher. Zwei Freistöße von Jackisch bedrohten das Stahl-Gehäuse, doch ließ sich Hesse beide Mal nicht überraschen (51., 56.). Die Gäste bissen sich mehr und mehr in die Begegnung, zwingende Riesaer Offensivaktionen wurden immer weniger. Sehr gut von Radig in Szene gesetzt, spritze Wiegner auf den kurzen Pfosten und verfehlte dabei das Tor nur um die berühmten Zentimeter (56.), wenig später setzte abermals Wiegner einen Schuss etwas zu hoch an (66.). Zwar ruckten die Gäste auch in der Folgezeit immer wieder unermüdlich an, doch aus dem Spiel heraus fehlte es oftmals am letzten Pass sowie an der Genauigkeit um sich weitere Möglichkeiten herauszuarbeiten. Weiterhin wurden einige Angriffe etwas zu unvorbereitet abgeschlossen, so dass das Riesaer Gehäuse somit nicht in Gefahr zu bringen war. Demzufolge mussten Standardsituationen herhalten, um für weitere Torgefahr zu sorgen. So fand Michel Schwarz mit einem Freistoß in Hesse seinen Meister (69.), Jackisch setzte ebenfalls einen ruhenden Ball etwas zu hoch an (74.). Die Zeit verrann fortan langsam. Zwar war den Gästen das Bemühen weiterhin anzusehen, doch verteidigten die Gastgeber ihren knappen Vorsprung aufopferungsvoll. Riesa stellte ihre Offensivbemühungen nahezu komplett ein und hoffte per Konterattacken auf den lLucky Punch. Diese spielten die Einheimischen jedoch nicht zwingend genug aus, so dass die Gäste im Spiel blieben und in der Endphase nun Alles oder nichts spielten. Innenverteidiger Stefan Maruhn rückte als zusätzlicher Zielspieler mit ins Sturmzentrum, das Risiko wurde nun vollends erhöht. Die reguläre Spielzeit war schon abgelaufen, als die Wohllebe-Elf für ihre Bemühungen letztlich doch noch belohnt wurden. Als zunächst ein weiterer Jackisch-Freistoß nur um Haaresbreite das Stahl-Gehäuse verfehlte (90.+1), schien die Begegnung eigentlich schon verloren. Doch den folgenden Abstoß von Hesse köpfte Engler per Bumerang und Windunterstützung genau in den Lauf von Wiegner, der einen Schritt schneller war als der herausstürzende Riesaer Keeper und die Kugel zum 1:1 ins Netz spitzelte (90.+1).
Fazit: Gerechtes Remis, nachdem jedem Team je eine Halbzeit gehörte. Warum die Muldestädter jedoch erst in Hälfte zwei mit dem Fußballspielen begannen, bleibt das Geheimnis der Truppe.
Tom Rietzschel

Sonntag, 9. April 2017
Tod gerade noch von der Schippe gesprungen

Jonas Konzok (Debüt von Beginn an) stoppt den Zwenkauer Fritzsching. Stefan Tröger (Nr. 8) eilt zur Hilfe.
Foto: Karsten Hannover – Grimma

WEKU-Sachsenliga – 22. Spieltag –

VfB Zwenkau 02 – FC Grimma 1:1 (1:0)
Zwenkau: Oelßner – F. Knezovic, Baierlein, Habeland, Ritter – Kratz, Jahr – De Oliveira Piardi, Gläßer (ab 80. Schaffranke), Fritzsching – Olbricht – Trainer: Karwath
Grimma: Evers – Konzok (ab 64. Henze), Maruhn, Dietrich, Wagner – Tröger, Radig – Jackisch, Engler, Ziffert – Wiegner – Trainer: Wohllebe
Schiedsrichter: Böhmer (Zschopau) – Schiedsrichter-Assistenten: Steingräber (Annaberg), Breidel (Zöblitz) – Tore: 1:0 Olbricht (20.), 1:1 Wiegner (89.) – Gelbe Karten: Olbricht (Foulspiel – 88.) – Maruhn (Foulspiel – 43.), Tröger (Foulspiel – 70.) – Reservebänke: Hinz, Arteaga Merchan, J. Knezovic, Gkouvas, Schöps, Camara Camara – Födisch, Nehring – Zuschauer: 105 in der Sportstätte „Am Eichholz“ zu Zwenkau

Zwenkau. Sachsenligist FC Grimma ist am Wochenende nur knapp einer sportlichen Katastrophe entgangen und im letztem Moment dem Tod von der Schippe gesprungen. Beim Aufsteiger VfB Zwenkau 02 kamen die Muldestädter durch einen Treffer von Kevin Wiegner Sekunden vor Spielende zu einem mühevollen 1:1 (0:1)-Unentschieden. Das Ergebnis war hierbei zweifellos das Beste aus Grimmaer Sicht an diesem Tag, bereits zur Halbzeit hätten die Gäste eigentlich aussichtslos in Rückstand liegen müssen. In den zweiten 45 Minuten war bei den Muldestädtern zwar eine minimale Steigerung anzusehen, aber diese blieb wirklich nur im einstelligen Prozentbereich. Zwar ruckte die Elf gegen nun nachlassende Gastgeber immer mal an, doch mehr als der späte Ausgleich gelang nicht mehr. Das kommende spielfreie Osterwochenende wird der Mannschaft nun mit Sicherheit gut tun um für die nächsten Aufgaben Kraft zu tanken – die Pause haben die Muldestädter nun bitter nötig. Im Anschluss daran folgt das schwere Auswärtsspiel bei der BSG Stahl Riesa (22.04.2017, Anstoß: 15.00 Uhr).
Natürlich kämpfen die Muldestädter personell gerade am unteren Limit – um nicht sagen die berühmte „Kotzgrenze“ ist gerade erreicht – natürlich fehlen dementsprechend die nötigen Alternativen, doch dies rechtfertigt nicht einmal im geringsten diesen Auftritt, welchen man über einen Großteil des Spiels in Zwenkau ablieferte. Das Fehlen der Langzeitverletzten Mirko Jentzsch und Robert Schabram, der Gelbgesperrten Robin Brand und Michel Schwarz, sowie der Ausfall von Oliver Kurzbach (Achillessehne) und Bence Szepesi (Arbeit) hatte den Kader beim Aufsteiger zwar auf ein absolutes Minimum reduziert, doch dies als Ausrede für diesen Auftritt geltend zu machen, ist strikt zu einfach. Fußball wird oft im Kopf entschieden und in Sachen Einstellung sowie unbedingter Wille hatte der Gastgeber einfach deutliche Pluspunkte auf seiner Seite. Von Beginn an zeigten sich die Einheimischen viel präsenter, auch wenn Toni Ziffert per Direktabnahme nach einer Wiegner-Eingabe das erste Achtungszeichen setzte (5.). Zwenkau wirkte viel entschlossener und zielstrebiger, Grimma agierte viel zu pomadig und ließ sich von einer Verlegenheit in die nächste übertölpeln. Die Gastgeber wirkten viel präsenter, legten ein sehr hohes Tempo vor und hatten in den ersten 45 Minuten deutliche Vorteile. Bei einem Distanzschuss von Jahr musste FC-Schlussmann Jan Evers zum ersten Mal eingreifen (12.), als wenig später De Oliveira Piardi nach guter Vorarbeit von Fritzsching beherzt abzog, zeigte sich Grimmas Nummer eins abermals auf dem Posten (17.). Die Gäste fanden offensiv kaum statt. Missverständnisse, Ungenauigkeiten und eine Vielzahl von Fehlpässen prägten das Grimmaer Offensivspiel. Die Ausnahme bildete da von Schuss von Dennis-Sven Radig, welcher einen zu kurz abgewehrten Ball direkt auf das Tor schmetterte, diesen allerdings zu hoch ansetzte (20.). Zu diesem Zeitpunkt lagen die Gäste jedoch bereits in Rückstand. Nach einer Eingabe von De Oliveira Piardi wurde der Ball nicht weit genug aus der Gefahrenzone befördert, VfB-Torjäger Olbricht zog kurz nach der Strafraumgrenze trocken ab und katapultierte das Streitobjekt zum 1:0 in den Winkel (20.). Wer allerdings dachte, dass dieser Gegentreffer die Gäste wachrütteln würde, wurde schnell eines Besseren belehrt. Grimma weiterhin absolut unterirdisch. Offensiv ohne jegliche Durchschlagskraft, defensiv weiter mit großen Problemen. Nach 30 Minuten hätte De Oliveira Piardi auf 2:0 erhöhen müssen, als dieser von Fritzsching per flacher Eingabe mustergültig bedient wurde, der Brasilianer die Kugel allerdings aus Nahdistanz über den Kasten donnerte (30.). Eine Minute später flankte De Oliveira Piardi von rechts völlig unbedrängt auf den Kopf des einlaufenden Olbricht, doch fehlten hier die berühmten Zentimeter (31.). Über einen höheren Rückstand hätten sich die Muldestädter nicht beschweren dürfen, dieser hätte dem absolut katastrophalen Auftritt der ersten 45 Minuten nur allzu entsprochen. Nach einem Eckball von Habeland brannte es erneut lichterloh vor dem FC-Gehäuse, doch am Fünfmeterraum verpassten sowohl Freund und als Feind die scharf hereingebrachte Kugel (41.). Auf der Gegenseite wurden die Gäste dann doch einmal vor der Pause gefährlich. Ansatzlos setzte Rico Engler in Strafraumhöhe zum Schlenzer an – der Querlatte verhinderte den zu diesem Zeitpunkt völlig unverdienten Ausgleich (39.). Ansonsten waren die ersten 45 Minuten aus Grimmaer Sicht eine blanke Katastrophe – es war einfach vollends eine Charakterfrage!
Nach einem kräftigen Donnerwetter zur Halbzeit hoffte man im FC-Lager natürlich auf Besserung, doch trat diese nur absolut bedingt ein. Die Gastgeber, die in der ersten Hälfte ein irres Tempo vorlegten, gestalteten ihren Auftritt nun einen Tick defensiver, doch profitierten die Rand-Leipziger weiterhin vom extrem fehlerhaften Grimmaer Spiel. Dennoch fanden die Gäste fortan die eine oder andere Lücke um vor das VfB-Gehäuse zu gelangen. Zweimal fand sich Kevin Wiegner in guter Abschlussposition, doch verfehlte sein erster Versuch das kurze Eck um wenig später am gut den Winkel verkürzenden Oelßner zu scheitern (50., 57.). Doch ansonsten blieb der Grimmaer Auftritt weiterhin nur schwer zu erklären. Man hatte einfach zu viele weit unter Niveau spielende Akteure, was man sich auf diesem Level einfach nicht leisten kann. Glücklicherweise bauten die Gastgeber mit fortlaufender Spielzeit kräftemäßig immer mehr ab, außer einem Schuss von Fritzsching, als Evers glänzend reagierte (76.), gelang dem VfB nichts Torgefährliches mehr. Dies sah in der letzten halben Stunden bei den Gästen dann doch anders aus, die dann plötzlich die Gefahr eine Blamage erkannten. Nach einem weiten Ball von Evers hatte Christoph Jackisch VfB-Keeper Oelßner bereits ausgespielt, doch traf er aus spitzem Winkel nur den Pfosten des verwaisten Tores (67.). Die Gäste ruckten zwar an, doch in Sachen Präzision blieb weiterhin vieles Stückwerk. Wiegner scheiterte aus guter Position abermals an Oelßner (75.), als Jackisch die Kugel flach und scharf nach innen zog, verfehlte wiederum Wiegner um Haaresbreite (77.). Wenig später wurde Engler vom eingewechselten Franz Henze sehr gut in Szene gesetzt, doch wäre hier der Pass in den Rückraum anstatt der Torschuss aus spitzen Winkel die bessere Alternative gewesen (78.). Die Zeit verrann schlagartig – FC-Trainer Daniel Wohllebe setzte alles auf eine Karte und beorderte den baumlangen Innenverteidiger Stefan Maruhn mit in die Spitze als Zielspieler. Die Gastgeber hingen in der Endphase total in den Seilen und hofften händeringend auf den Abpfiff oder den endgültigen Lucky Punch. Doch sollte der Aufsteiger letztlich nicht durchs Ziel kommen, da die Gäste bis zum Ende wenigstens Moral zeigten und Sequenzen vor Ultimo noch zum Ausgleich kamen. Sehr gut von Engler eingeleitet, ließ sich Wiegner die Möglichkeit diesmal nicht nehmen. Allein vor Oelßner umkurvte Wiegner den Zwenkauer Schlussmann und drückte das Streitobjekt aus Nahdistanz zum 1:1 ins Gehäuse (89.). Zwar wollten die Gäste in der dreiminütigen Nachspielzeit anschließend noch vollends die Welt einreißen, doch wer quasi 70 Minuten ein Spiel in so einer Art herschenkt, darf nicht hoffen, in der Endphase die Partie noch komplett drehen zu können.
Tom Rietzschel

Sonntag, 2. April 2017
Leistungsgerechtes Remis im Erzgebirge

Mirko Dietrich (vorn, blau) schirmt den Ball für seinen Torhüter Jan Evers ab.
Foto: Karsten Hannover – Grimma

WEKU-Sachsenliga – 21. Spieltag –

FC 1910 Lößnitz – FC Grimma 0:0
Lößnitz: Köpsel – Günther (ab 66. Werneke), Trehkopf, Lehnard, Mühle (ab 89. Prügner) – Samatov – Schreiber, Troschke, Wölfel, Teubner – Hauck – Trainer: Welwarsky
Grimma: Evers – Brand, Maruhn, Dietrich, Ziffert – Tröger, Schwarz – Jackisch, Engler, Radig (ab 77. Wagner) – Wiegner – Trainer: Wohllebe
Schiedsrichter: Flechtner (Leipzig) – Schiedsrichter-Assistenten: Köber (Dresden), Jacob (Wesenitztal) – Gelbe Karten: Ziffert (Grimma – Handspiel – 24.), Jackisch (Grimma – Foulspiel – 35.), Brand (Grimma – Meckern – 60.), Schwarz (Foulspiel – 76.) – Reservebänke: Liebold, Frenzel, Deland, Lehmann, Ehmig – Bache (Tor), Konzok – Zuschauer: 110 im Stadion an der Talstraße zu Lößnitz

Lößnitz. 0:0 in Lößnitz – Sachsenligist FC Grimma hat durch dieses Remis und dem gleichzeitigen 2:1-Erfolg des SV Einheit Kamenz in Glauchau seinen 2. Tabellenplatz an die Lessingstädter abgeben müssen. Dabei erwies sich der Neuling aus dem Erzgebirge als der erwartet gute Kontrahent, so dass sich die Muldestädter letztlich mit dem Punkt zufrieden geben mussten. Mehr hatte die Mannschaft von Trainer Daniel Wohllebe an diesem Tag jedoch auch nicht verdient. Die Partie war ausgeglichen, in der jedes Team kleinere Phasen für sich verbuchen konnte. Insgesamt ist das Unentschieden dem Spielverlauf entsprechend gerecht. Zwei Erkenntnisse stehen nach dieser Partie jedoch fest: Erstens können es die Muldestädter definitiv besser, doch wenn bei diesem kleinen Kader noch der eine oder andere Akteur kurzfristig ausfällt, besitzt das Trainerteam einfach ein Mangel an Optionen um auch von der Bank reagieren zu können. Von den Langzeitverletzten Mirko Jentzsch (Kreuzbandriss) und Robert Schabram (ausgekugelte Schulter) wollen wir da noch gar nicht sprechen, da beide Spieler der Mannschaft in dieser Saison definitiv nicht mehr helfen können. Der zweite Fakt, welcher stehenbleibt, ist, dass im Lößnitzer Stadion an der Talstraße mit Sicherheit noch andere Truppen straucheln werden.
Von Beginn an entwickelte sich eine ausgeglichene Begegnung, welche durchaus auf Augenhöhe anzusehen war. Bereits beim Hinspiel in Grimma stellte sich der FC 1910 Lößnitz als eine Mannschaft vor, welche die Prioritäten eindeutig auf das spielerische Element legte. Und dies sollte diesmal im Erzgebirge nicht anders sein, obwohl die ersten torgefährlichen Aktionen von den Gästen ausgingen. So zum Beispiel als sich Kevin Wiegner einen weiten Diagonalball ersprintete und einen Schritt schneller als der geschickt den Winkel verkürzende Köpsel im Lößnitzer Gehäuse war, Wiegner jedoch die Kugel per Heber knapp am Tor vorbeisetzte (9.). Kurz darauf stand abermals der Schlussmann der Gastgeber im Mittelpunkt, als er nach einem Aufsetzer von Rico Engler seine Qualitäten zeigte (16.). Doch die Gastgeber unterstrichen auch bereits in dieser Phase, dass acht Punkte seit Rückrundenstart kein Zufall waren. Gefällig ließ der Aufsteiger die Kugel durch die eigenen Reihen laufen, doch erst nach etwa 20 Minuten wurden die Gastgeber etwas gefährlicher. Zunächst setzte Mühle nach einer vielversprechenden Kombination die Kugel etwas zu hoch an (23.), anschließend krallte sich Grimmas Keeper Jan Evers gerade noch rechtzeitig einen abgefälschten Kopfball von Trehkopf (25.). Lößnitz wurde fortan immer sicherer, zwingende Grimmaer Offensivaktionen hielten sich fortan in Grenzen, weil man im Spielaufbau einfach zu viele einfache Ballverluste produzierte. So setzte zunächst Hauck das Streitobjekt aus spitzem Winkel am kurzen Eck vorbei (30.). Kurz darauf hätte Günther um ein Haar von einer unübersichtlichen Situation im Strafraum der Gäste profitiert, doch auch hier fehlte es an der nötigen Feinjustierung (34.). Bei einem Distanzschuss von Lehnard musste Evers allerdings noch einmal zupacken (41.). Doch gegen Ende der ersten Hälfte bliesen die Wohllebe-Schützlinge dann noch einmal zum Endspurt. Geburtstagskind Michel Schwarz verpasste aus vielversprechender Position den rechtzeitigen Abschluss, sein späterer Versuch bedrohte das Lößnitzer Gehäuse dann nicht mehr ernsthaft (39.). Zwei Minuten vor der Pause hatten die Gäste dann jedoch die Riesengelegenheit zur Führung. Sehr gut von Stefan Maruhn in Szene gesetzt, umkurvte Wiegner den abermals etwas zu spät aus seinem Tor kommenden Köpsel, doch traf er beim Abschluss nur den Pfosten des verwaisten Gehäuses (43.).
Auch in den zweiten 45 Minuten sollte sich die intensive Begegnung fortsetzen, in der sich beide Teams alles abverlangten. Lößnitz wich keinen Zentimeter zurück und beeindruckte weiterhin durch ihre Spielstärke, Grimma nahm auch weiterhin den Fight an. Wie bereits im ersten Durchgang gehörten die ersten Möglichkeiten abermals den Muldestädtern, auch wenn es insgesamt an der letzten Entschlossenheit fehlte. Nach einer Flanke von Robin Brand köpfte der einlaufende Engler knapp am kurzen Pfosten vorbei (56.). Zwei Minuten später profitierte Wiegner von einem zu kurz abgewehrten Ball, doch zischte die Kugel über die Querlatte (58.). Lößnitzer Großchancen hielten sich ebenfalls in Grenzen, einmal wurden die Erzgebirgler jedoch richtig gefährlich. Nach einer langgezogenen Eingabe von Schreiber lief Linksverteidiger Mühle gekonnt ein, doch seiner Direktabnahme fehlte es ebenfalls an der notwendigen Genauigkeit (61.). Ansonsten spielten Einheimischen weiterhin sehr gefällig, doch spätestens vor dem Grimmaer Strafraum war Endstation. Näher an der Führung waren die Gäste letztlich auch nicht, doch kam die Wohllebe-Elf wenigstens das eine oder andere Mal noch zum Abschluss. So zum Beispiel als die Kugel über die Stationen Wiegner und Jackisch bei Dennis-Sven Radig landete, dieser jedoch etwas unvorbereitet beim Torabschluss das Ziel knapp verzog (73.). Die gefährlichste Aktion resultierte dann aus einem Standard. Einen Freistoß aus beträchtlicher Entfernung schmetterte Christoph Jackisch kreuzgefährlich in Richtung Köpsel, doch kratzte der Lößnitzer Torhüter die Kugel aus dem oberen Eck (84.). Auch in der Endphase wogte das Geschehen zeitweise hin und her, doch sollte es letztlich am torlosen 0:0-Endstand nichts ändern. Letztlich waren sich alle einig – das Resultat geht so in Ordnung.
Auch wenn zunächst etwas Enttäuschung in den Grimmaer Reihen zu sehen war – diesen Punkt sollte man mitnehmen. Für was dieser gut ist, wird man in den kommenden Wochen sehen. Dieser eine Zähler ist erstmal da und es werden sich noch andere Teams in Lößnitz sehr schwer tun. Kamenz ist nun zwar am FC in der Tabelle mit einem Zähler vorbei gezogen, doch ist dies nur eine Momentaufnahme. Nun gilt es am kommenden Samstag in Zwenkau weiter zu punkten und einen gewissen weiteren Druck auf Einheit Kamenz aufzubauen. Das Potenzial dazu hat die Elf, was die bisherigen Spiele eindeutig bewiesen haben. Der Anstoß am kommenden Samstag im Zwenkauer Eichholz erfolgt um 15.00 Uhr.
Tom Rietzschel

Samstag, 25. Mδrz 2017
Drei Punkte gegen Freiberg – nicht mehr und nicht weniger

Verhinderte zweimal ins grandioser Manier den Freiberger Ausgleich: Grimmas Torhüter Jan Evers
Foto: Karsten Hannover – Grimma

WEKU-Sachsenliga – 20. Spieltag –

FC Grimma – BSC Freiberg 3:0 (1:0)
Grimma: Evers – Brand, Maruhn, Dietrich, Kurzbach – Tröger, Schwarz (ab 71. Ziffert) – Jackisch, Engler, Radig (ab 81. Wagner) – Wiegner (ab 78. Szepesi) – Trainer: Wohllebe
Freiberg: Fritzsche – Jabbar (ab 57. Seifert), J. Otto (ab 68. Löbel), Scholz, Uhlig – Römmler, Fischer, S. Krause, Klengel (ab 82. Ahmed) – Kiontke, Berger – Trainer: Birnbaum
Schiedsrichter: Beutel (Halle) – Schiedsrichter-Assistenten: Unger (Salzfurtkapelle), Cordes (Friedersdorf) – Tore: 1:0 Jackisch (7.), 2:0 Wiegner (51.), 3:0 Radig (52.) – Gelbe Karten: keine – Reservebänke: Friedrich (Tor) – Heydel (Tor), Mewes, Göhzold – Zuschauer: 133 im Stadion der Freundschaft zu Grimma

Grimma. Sachsenligist FC Grimma hat die richtige Reaktion auf die letztwöchige 2:4 (0:2)-Niederlage in Hohenstein-Ernstthal gezeigt. Gegen den BSC Freiberg gewann die Mannschaft von Trainer Daniel Wohllebe im heimischen Stadion der Freundschaft mit 3:0 (1:0) und zementiert damit aktuell den Vizerang. Dieser Erfolg wird für die kommenden Aufgaben mit Sicherheit gut tun. Sicherlich, es war nicht alles Gold was glänzt, speziell in der letzten Viertelstunde vor der Pause hing man gehörig in den Seilen. Man bettelte phasenweise förmlich um den Ausgleich, doch ein phänomenaler Jan Evers zwischen den Grimmaer Pfosten bewahrte sein Team zweimal vor dem Ausgleich. Ein Doppelschlag kurz nach der Halbzeitpause ließ den FC dann jedoch in die Siegerstraße abbiegen. Im Anschluss taten die Gastgeber dann nicht mehr als nötig und verwalteten das Ergebnis. Zwar hatten die Gäste trotz alledem noch die eine oder andere kleinere Möglichkeit, doch insgesamt ging der Grimmaer Sieg schon in Ordnung. Im spielerischen Bereich hat die Truppe sicherlich noch Luft nach oben, doch zählten im Heimspiel gegen Freiberg nur die drei Punkte. Und dieses Ziel konnte man letztlich erreichen.
Natürlich hing die letztwöchige Niederlage am Sachsenring den Grimmaern in den Kleidern, doch wollte man mit einem frühen Führungstor wieder Sicherheit ins eigene Spiel bekommen. Und das gelang. Von der rechten Seite zog Christoph Jackisch nach innen – sein abgefälschter Linksschuss senkte sich wie eine Bogenlampe hinter BSC-Schlussmann Fritzsche zum 1:0 ins Freiberger Gehäuse (7.). Die Bergstädter versuchten von Beginn an mitzuspielen, doch torgefährlicher waren zunächst die Platzherren. Nach sehr guter Vorarbeit von Kevin Wiegner kam erneut Jackisch in eine aussichtsreiche Schussposition, doch setzte er das Visier diesmal etwas zu hoch an (17.). Auf der Gegenseite setzte Römmler die erste Duftmarke, doch brauchte Evers hier nicht einzugreifen (18.). Den Grimmaern ging der Schwung aus der Anfangsphase so langsam aber sicher verloren. Ein abgefälschter Jackisch-Schuss, welchen Fritzsche diesmal aus dem Eck fischte (24.), war die letzte torgefährliche Aktion der Gastgeber in den ersten 45 Minuten. Es häuften sich immer mehr Ballverluste und Unzulänglichkeiten im Spiel der Gastgeber, was die Gäste immer mehr in die Partie brachte. So hatte Berger die große Möglichkeit zum Ausgleichstreffer, als er zunächst von einem Missverständnis zwischen Keeper Evers und Abwehrchef Mirko Dietrich profitierte, im Anschluss jedoch beim Torabschluss viel zu überhastet agierte, so dass die Kugel am Gehäuse vorbei strich (28.). Die Platzherren nahmen sich in der Folgezeit eine riesengroße Auszeit. Nach vorn gelang so gut wie gar nichts mehr, im Defensivbereich agierte man phasenweise einfach nicht konsequent genug. In dieser Phase bettelte man förmlich um ein Gegentor, es war ein absoluter Tanz auf der Rasierklinge. Bei zwei riesigen Gelegenheiten kurz vor der Pause waren die Freiberger dicht vor dem Ausgleich, doch beide Male rettete FC-Schlussmann Jan Evers in sensationeller Manier. Zunächst kratzte er einen Schlenzer von Krause aus dem oberen Winkel (41.), beim folgenden Eckball verzweifelte BSC-Torjäger Kiontke aus Nahdistanz am erfahrenen FC-Torhüter (42.).
Nach einer deutlichen Pausen-Ansprache von Trainer Daniel Wohllebe kamen die Einheimischen zwar voller Elan aus den Kabinen, doch für den ersten Aufreger sorgten abermals die Gäste. Erzürnt war BSC-Coach Birnbaum mit seiner Armada als Schiedsrichter Beutel (Halle) ein angebliches Handspiel von Michel Schwarz im eigenen Strafraum nach einer flachen Uhlig-Eingabe nicht mit Strafstoß ahndete (49.). Die Grimmaer nutzten indes die Unordnung der Gäste um den wichtigen zweiten Treffer nachzulegen. Sehr gut von Rico Engler eingeleitet, sah der rechtzeitig startenden Jackisch den im Sturmzentrum besser postierten Wiegner, der aus Nahdistanz mühelos zum 2:0 einschob (51.). Doch damit noch nicht genug. Der Anstoß war kaum vollzogen, da machten die Platzherren endgültig Nägel mit Köpfen. Erneut überlistete Engler mit einem gut getimten Pass die Freiberger Abseitsfalle – der frei durchgebrochene Dennis-Sven Radig bewies vor dem Tor kühlen Kopf und überwand BSC-Keeper Fritzsche mit einem Lupfer zum 3:0 (52.). Dieser Doppelschlag ließ die Begegnung natürlich radikal in die Grimmaer Richtung bewegen und sollte eine Art frühe Vorentscheidung darstellen. Die Gäste gaben sich jedoch auch in der Folgezeit nicht auf und profitierten von der einen oder anderen Unzulänglichkeit des FC. Dass man bei einem beruhigenden 3:0-Vorsprung im heimischen Stadion in einen Konter läuft, ist indes nur schwer zu begreifen. Glücklicherweise fehlten beim Torabschluss Kiontkes die berühmten Zentimeter (55.). In der Folgezeit taten die Gastgeber indes nicht mehr als nötig und setzten auf das einfache Mittel Spielkontrolle. Nichtsdestotrotz war ein viertes Grimmaer Tor durchaus im Bereich des Möglichen. Wiegner verfehlte aus vielversprechender Position knapp das Gehäuse (62.), bei einem Jackisch-Schuss fehlte es ebenfalls an der nötigen Genauigkeit (63.). Die Gäste mühten sich zwar bis zum Ende, doch richtig zwingend wurden die Bergstädter kaum. Zwei Schüsse von Seifert und Römmler verirrten sich noch in Richtung Evers-Gehäuse, doch brauchte der Keeper beide Male nicht ernsthaft eingreifen (70., 74.). Die Schlussphase spulten die Wohllebe-Schützlinge im Akku-Spar-Modus souverän herunter und konnten nach 90 Minuten einen wichtigen 3:0 (1:0)-Heimsieg einfahren.
Fazit: Ziel erreicht, drei Punkte geholt. Nicht mehr und nicht weniger. Am kommenden Samstag um 15.00 Uhr müssen sich die Muldestädter beim spielstarken Neuling FC 1910 Lößnitz allerdings noch etwas steigern um weiter erfolgreich zu sein.
Tom Rietzschel

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