FC Grimma

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Spielberichte

Freitag, 8. Dezember 2017
Derby zum Abschluss – Grimma empfängt Markkleeberg

Vorschau auf den 16. Spieltag der Sachsenliga zwischen

FC Grimma (1.) – Kickers 94 Markkleeberg (7.)

Datum: Samstag, 09.12.2017

Spielort: Stadion der Freundschaft, Grimma

Anstoß: 13.30 Uhr

Auf zur letzten Runde im Jahr 2017. Nach drei Siegen in Folge zu Null und den am Grünen Tisch gewonnen Spiel gegen den VFC Plauen II hat sich Sachsenligist FC Grimma klamm und heimlich an die Spitze der Staffel gesetzt. Sicher, die Tabelle ist aufgrund der Nachholspiele der Verfolger Großenhain und Hohenstein-Ernstthal noch etwas verzerrt, doch diese kleine Serie der Muldestädter zeigt eindrucksvoll, was in dieser Saison möglich ist und welch Potenzial diese Mannschaft besitzt. Natürlich ist die aktuelle Platzierung nicht mehr als eine Momentaufnahme, doch mit viel Akribie, Trainingsfleiß und Wille in den letzten Wochen haben sich die Schützlinge von Trainer Daniel Wohllebe diese Position erarbeitet. Nun gilt es mit der Rolle des Gejagten klar zu kommen und das alte Jahr mit einem positiven Ergebnis abzuschließen. Doch dies wird am Wochenende nicht wirklich einfach, schließlich hat Kickers Markkleeberg beim 3:0-Hinspiel-Sieg über die Muldestädter gezeigt, zu welch Leistungen die Rand-Leipziger zu leisten imstande sind. Der Anstoß zur ersten Rückrunden-Partie erfolgt am Samstag um 13.30 Uhr im heimischen Stadion der Freundschaft.
Wenn man eine Mannschaft nicht unbedingt in der Spitzengruppe der Sachsenliga erwarten durfte, dann war das sicherlich Kickers Markkleeberg. Nach einer völlig verkorksten Vorbereitungsphase hörte man das Magengeschwür von Trainer Heiko Brestrich bis nach Grimma rumoren, zumal das Pokal-Ausscheiden in Runde eins beim Landesklassisten FC Blau-Weiß Leipzig (0:3) sein Übriges dazu tat. Doch all dieser negativen Umstände zum Trotz legten die Kickers eine grandiose erste Halbserie hin und spielten sich nach dem 3:0-Auftakt-Heimsieg gegen Grimma in den folgenden Wochen förmlich in einen Rausch. Neben den Muldestädtern mussten auch andere Spitzenmannschaften gegen die Rand-Leipziger die Segel streichen. Zu erwähnen wären hierbei die Markkleeberger Siege gegen Hohenstein-Ernstthal (2:1), Markranstädt (1:0) oder auch gegen die derzeit völlig unter Wert platzierte Truppe des BSC Rapid Chemnitz (3:2). Auch der wochenlange Tabellenführer aus Lößnitz konnte in Markkleeberg nicht gewinnen und musste sich mit einem 1:1-Remis begnügen. Nach elf Spielen hatten die Grün-Weißen sieben Siege sowie drei Unentschieden auf dem Konto und grüßten somit vom Platz an der Sonne. Die einzige Niederlage in dieser Phase erlitt man beim etwas unglücklichen 1:2 in Pirna-Copitz. In den letzten drei Begegnungen hat die Brestrich-Elf jedoch einen kleinen Durchhänger, man musste drei Niederlagen am Stück hinnehmen. Zunächst erlitt man beim 1:4 daheim gegen Stahl Riesa erheblichen Schiffbruch, dann folgten zwei Auswärtsniederlagen in Niesky (0:3) und letzte Woche in Zwenkau (1:3). Weiterhin musste das Heimspiel gegen Konkurrent Großenhain aufgrund der Witterungsverhältnisse im heimischen Sportpark „Camillo Ugi“ abgesagt werden. Diese kleine Ergebniskrise ließ die Kickers zwar kurzerhand auf Platz sieben der Tabelle abrutschen, doch tut dies der sehr guten Hinrunde überhaupt keinen Abbruch. 24 Punkte nach 14 Spielen sind für Markkleeberger Verhältnisse als ausgezeichnet zu betrachten, man war selbst überrascht, dass es teilweise so gut lief. Den Grundstein dafür legte man in der Sommerpause, als man auf dem Transfermarkt die richtigen Akteure nach Markkleeberg lotste. Das Duo Maximilian Heyse/Nhat Bao Ngyuen, welches man von Regionalliga-Aufsteiger Chemie Leipzig loseiste, gab der Elf richtig viel Qualität hinzu. Der nächste Volltreffer war die Verpflichtung von Nico Scherz (1. FC Bitterfeld-Wolfen), der bereits Oberliga-Erfahrung aus seinen Zeiten in Meuselwitz, Wolfen, beim Halleschen FC und Dessau 05 vorweisen kann. Des Weiteren konnte man mit Lukas Morgenstern (Döbeln), Johannes Östrovsky und Andreas Szterbin (beide Lok Leipzig A-Junioren) drei hoffnungsvolle Talente für die Kickers gewinnen, so dass Trainer Heiko Brestrich nach den Abgängen von Nkem (Halle 96), Meißner (Zwenkau), Unholzer (Merseburg 99), Do (Eutritzsch) sowie Zita und Kalex (beide Laufbahn beendet) insgesamt mit dem Kader schon zufrieden sein konnte. Dass man allerdings nach dieser schwierigen Vorbereitungsphase so gut aus den Startlöchern kommen sollte, überraschte den Kickers-Übungsleiter selbst. Natürlich nahm man im Markkleeberger Lager sehr gern die Punkte aus dieser Anfangs-Euphorie mit, wohl wissend, dass auch Spiele kommen werden, in denen es nicht so läuft. Dass diese Phase sich nun auch wirklich einstellte, ließ die Kickers-Verantwortlichen einmal mehr bestätigen. Nichtsdestotrotz ist man sich sicher, dass man aus dieser kleinen Ergebnisdelle auch wieder herauskommen wird. Qualität im Kader ist ausreichend vorhanden – die Erfolge in der Hinrunde haben dies bewiesen.
Die Grimmaer ihrerseits möchten natürlich diese kleine Serie ausbauen und mit einem Erfolgserlebnis das Jahr 2017 abschließen. Man hat sich in den letzten Wochen mühevoll einiges aufgebaut, hat beispielsweise mit dem 1:0-Erfolg in Markranstädt einen absoluten Big Point gelandet, welchen man am vergangenen Wochenende zur Abschieds-Zeremonie des Kunstrasens im Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion mit einem 5:0-Sieg über den BSC Rapid Chemnitz noch vergoldete. Die Mannschaft hat in den letzten Wochen einen weiteren Sprung nach vorn gemacht, ist charakterlich noch enger zusammengewachsen und hat die positiven Trainingseindrücke im Wettkampf umgesetzt. Doch nun muss die Elf alles dafür tun um dran zu bleiben. Das mühsam Erarbeitete möchte man nicht wieder fahrlässiger Weise einfach so einreißen – an diesem Punkt war die Truppe mehrfach schon in dieser Saison. Motivieren braucht man im FC-Lager keinen zusätzlich für die Aufgabe am Samstag. Die 0:3-Pleite zum Auftakt der Saison bei den Kickers ist immer noch allgegenwärtig und hatte zu Saisonbeginn doch deutliche Spuren hinterlassen. Dieses Ergebnis möchte man auf alle Fälle zurechtrücken und in den letzten 90 Minuten des Jahres 2017 noch einmal alles raushauen. Sollte dies gelingen, ist es gut möglich, dass die Muldestädter auf dem Punktekonto weiter anschreiben können.

Samstag, 2. Dezember 2017
Überzeugende Grimmaer Vorstellung

Christoph Jackisch (am Ball) – hier im Zweikampf mit Hennig – traf gegen Rapid Chemnitz vor der Pause zweimal
Foto: Karsten Hannover – Grimma

Sachsenliga – 15. Spieltag –

FC Grimma – BSC Rapid Chemnitz 5:0 (2:0)
Grimma: Evers – Kurzbach, Tröger, Maruhn, Ziffert – Brand, Radig (ab 72. Konzok) – Markus (ab 68. Drobniak), Engler, Schabram (ab 78. Theinert) – Jackisch – Trainer: Wohllebe
BSC Rapid: Wolf – Röthling, Schwarz, Jedinak, Hennig – Marold (ab 68. Richter), Seifert – Damisch, Mesan, Grube – Mielke – Trainer: Schreyer
Schiedsrichter: Nixdorf (Dresden) – Schiedsrichter-Assistenten: K. Windisch, Fiedler (beide Dresden) – Tore: 1:0, 2:0 Jackisch (33., 40.), 3:0 Schabram (46.), 4:0 Brand (67.), 5:0 Drobniak (75.) – Gelbe Karten: Radig (Foulspiel – 50.) – Damisch (Handspiel – 12.), Grube (Unsportlichkeit – 53.), Seifert (Foulspiel – 64.) – Reservebänke: Birkigt (Tor), Wedehase – König (Tor), Bachmann, Butter – Zuschauer: 47 im Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion (Kunstrasen) zu Grimma

Grimma. Dritter Sieg in Folge, allesamt zu Null – Sachsenligist FC Grimma hat sich in der Spitzengruppe weiter eingenistet. In der letzten Hinrunden-Begegnung besiegte die Mannschaft von Trainer Daniel Wohllebe den BSC Rapid Chemnitz klar mit 5:0 (2:0) und lieferte eine der besten Vorstellungen der ersten Halbserie ab. Bei der Abschiedszeremonie auf dem heimischen Kunstrasen im Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion (dieses wird am kommenden Montag zurückgebaut, es entsteht auf dieser Fläche ein Supermarkt) zeigte sich die Elf von seiner besten Seite, gewann mit Tor um Tor mehr Sicherheit und legte eine richtig gute zweite Hälfte hin. Auch in spielerischer Hinsicht wusste die Truppe durchaus zu überzeugen, sehr schön herausgespielte Treffer ließen das Resultat klar anwachsen, so dass es schlussendlich eine klare Angelegenheit wurde. Insgesamt eine äußerst gelungene Grimmaer Vorstellung zum Hinrunden-Abschluss, welche der Elf weiteres Selbstvertrauen einflößen sollte und Mut für die kommenden Aufgaben macht. Am kommenden Wochenende bestreitet die Mannschaft vor der Winterpause ihre letzte Begegnung. Gegner am Samstag um 13.30 Uhr im heimischen Stadion der Freundschaft ist dann die Elf von Kickers Markkleeberg – die Partie stellt gleichzeitig den Rückrunden-Auftakt dar. Dann wollen die Wohllebe-Schützlinge natürlich auf dem Punktekonto weiter anschreiben und sich vor allem für die 0:3-Hinrunden-Niederlage in Markkleeberg revanchieren.
Allerdings gestalteten sich die ersten 30 Minuten durchaus auf Augenhöhe. Die Gäste aus Chemnitz, die mit Ney, Walther, Vettermann und Möckel auf mehrere Leistungsträger verzichten mussten, präsentierten sich keineswegs wie ein Tabellen-Dreizehnter. Defensiv agierte der BSC Rapid äußerst kompakt, im Spiel nach vorn wurde immer wieder der baumlange Torjäger Mielke (bisher 15 Saisontore) als Zielspieler gesucht. So hatten es die Platzherren zunächst schwer sich Torchancen herauszuspielen. Demzufolge mussten Standards herhalten. Nach einem schnell ausgeführten Einwurf von Vincent Markus passte Dennis-Sven Radig die Kugel auf den rechtzeitig startenden Toni Ziffert, doch setzte dieser das Visier etwas zu hoch an (7.). Wenig später versuchte sich Christoph Jackisch mit einem Freistoß, doch konnte er Wolf im Chemnitzer Gehäuse nicht überwinden (12.). Der Gast spielte anfangs jedoch munter mit und hätte sogar in Führung gehen können. Nach einem Grube-Eckball köpfte Schwarz die Kugel genau auf den Schädel von Mielke, doch holte Markus das Streitobjekt im letzten Moment von der eigenen Torlinie (9.). Doch mit zunehmender Spielzeit wurden die Gastgeber sicherer. Man legte fortan an Tempo zu, ließ immer besser den Ball laufen und wurde prompt gefährlicher. Nach einem weiten Ball von Stefan Maruhn blieb Ziffert zunächst Zweikampfsieger gegen Röthling, doch passte er anschließend die Kugel etwas zu scharf ins Zentrum, so dass sich Jackisch beim Torabschluss etwas zu überrascht zeigte (18.). Eine Minute später wurde Rico Engler herrlich von Markus in Szene gesetzt, doch allein auf das Gehäuse zulaufend, verstolperte er den Ball, so dass diese gute Möglichkeit verpuffte (19.). Das Geschehen verlagerte sich in der Folgezeit mehr und mehr in die Chemnitzer Hälfte, der Grimmaer Druck nahm allmählich zu. Nach einem Engler-Eckball nahm Ziffert dem besser postierten Markus den Ball vom Kopf (22.), nach sehenswerter Einzelleistung von Kapitän Robin Brand vergab Robert Schabram aus guter Position etwas zu überhastet (29.). Die Gäste waren fortan in der Defensive mehr und mehr gebunden. Einzig Röthling bedrohte nach einem Diagonalpass von Marold das FC-Gehäuse, doch brauchte Jan Evers im Grimmaer Tor hier nicht einzugreifen (30.). Stattdessen gingen die Einheimischen kurze Zeit später folgerichtig in Führung. Sowohl Routinier Jedinak als auch Hennig schafften es nicht, den Ball entscheidend aus der Gefahrenzone zu befördern – Jackisch nahm aus halbrechter Position Maß und traf zum 1:0 ins lange Eck (33.). Dieser Treffer brachte dem Team noch mehr Sicherheit, voller Entschlossenheit wollte man sofort nachlegen. Über die Stationen Schabram und Jackisch eingeleitet, scheiterte Radig beim Torabschluss an Wolf (35.), nach einem Engler-Eckball blieb Ziffert per Kopf ebenfalls am Rapid-Schlussmann hängen (36.). Allerdings musste man im Lager der Muldestädter plötzlich kurzerhand die Luft anhalten. Nach einer schnellen Einwurf-Ausführung von Hennig hatte Damisch nach einem Mielke-Querpass quasi das ganze Tor vor sich, doch löffelte er die Kugel über den Querbalken (39.). Auf der Gegenseite schlugen die Hausherren Sequenzen später abermals eiskalt zu. Sehr gut von Oliver Kurzbach in Szene gesetzt, schlängelte sich Jackisch zunächst gekonnt um Rapid-Abwehrspieler Schwarz und ließ Wolf anschließend mit einem Schlenzer ins lange Eck keine Chance – 2:0 (40.).
Zwar kamen die Gäste voller Entschlossenheit aus der Kabine, doch machte der FC kurz nach Wiederanpfiff schnell Nägel mit Köpfen. Sehr gut über Ziffert und Jackisch eingeleitet, spielte Radig den Ball von der Torauslinie geschickt in den Rücken der Abwehr, wo Schabram angeprescht kam und mit einem Flachschuss zum 3:0 erfolgreich war (46.). Dieser Treffer zog den Chemnitzern endgültig den Zahn, die Gastgeber konnten in der Folgezeit seelenruhig kombinieren. Zunächst strich ein Direktschuss von Engler am Tor vorbei (59.), anschließend setzte Engler – nach vorherigem Marold-Fehlpass – gekonnt Jackisch in Szene, welcher zum 4:0 traf. Doch leider fand der Treffer aufgrund einer Abseitsstellung keine Anerkennung (61.). Die Dominanz der Muldestädter wurde fortan immer größer, die Gegenwehr der Gäste wurde immer weniger. Nach klasse Pass von Maruhn scheiterte Markus mit einem Aufsetzer an Wolf (64.), bei einem Versuch von Ziffert aus spitzem Winkel rettete Jedinak auf der Linie (65.). Doch bereits zwei Minuten später ließ der FC das Resultat weiter anwachsen. Sehr gut von Engler und Markus eingeleitet, sah Schabram den besser postierten Brand, der die Kugel aus zentraler Position in den Winkel jagte – 4:0 (67.). Die Gäste ergaben sich nun ihrem Schicksal. Außer einem abgefälschten Schuss von Mesan, welcher Evers zum Eingreifen zwang (74.), brachten die Chemnitzer offensiv nichts mehr zustande. Ganz anders die Wohllebe-Schützlinge, die weiter zielstrebig nach vorn spielten. Der Lohn dafür war das 5:0. Gut von Stefan Tröger eingeleitet, passte Ziffert die Kugel flach in den Lauf des eingewechselten Maksymilian Drobniak, der Wolf mit einem platzierten Flachschuss keine Chance ließ (75.). Gegen Ende hätten die Platzherren sogar noch einen draufsetzen können. Über die Stationen Ziffert und Drobniak lief der eingewechselte Max Theinert allein auf das gegnerische Tor zu, doch legte er sich die Kugel in der Endkonsequenz etwas zu weit vor, so dass Rapid-Keeper Wolf die Situation im letzten Moment bereinigen konnte (83.).
Fazit: Ein sehr überzeugender Heimsieg der Grimmaer Mannschaft zum Abschied des Kunstrasenplatzes im Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion. Natürlich bauten die Gäste mit fortlaufender Spielzeit immer mehr ab, doch wie die Muldestädter die gesamten 90 Minuten bestritten, ringt der Elf großen Respekt ab. Nun möchte man natürlich mit dem Heimspiel gegen Markkleeberg das Jahr 2017 erfolgreich abschließen.
Tom Rietzschel

Donnerstag, 30. November 2017
Grimma trifft auf angeschlagenen Boxer

Vorschau auf den 15. Spieltag der Sachsenliga zwischen

FC Grimma (4.) – BSC Rapid Chemnitz (13.)

Datum: Samstag, 02.12.2017

Spielort: Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion, Grimma

Anstoß: 13.30 Uhr

Auf zum letzten Spieltag der Hinrunde in der Sachsenliga-Saison 2017/18. Nach den Erfolgen über Radebeul (2:0) und vergangenen Sonntag in Markranstädt (1:0) hat sich der FC Grimma leise, still und heimlich wieder in der Spitzengruppe der Staffel zurückgemeldet. Zwar hing der knappe Erfolg beim Oberliga-Absteiger Markranstädt in der zweiten Hälfte etwas am seidenen Faden, doch sowohl eine klasse Opferbereitschaft der gesamten Truppe als auch ein alles überragender Torhüter Jan Evers sicherten den Muldestädtern letztlich die drei Zähler. Damit haben die Schützlinge von Trainer Daniel Wohllebe selbstverständlich reichlich Selbstvertrauen getankt und möchten am Wochenende diese zwei Siege natürlich vergolden. Allerdings muss die Elf dann noch einmal alles aus sich raushauen, schließlich gastiert mit dem BSC Rapid Chemnitz ein extrem angeschlagener Boxer, der als Tabellen-Dreizehnter aktuell weit unter seinen Möglichkeiten postiert ist. Der Ball rollt am Samstag um 13.30 Uhr im heimischen Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion auf Kunstrasen, wo das Sachsenliga-Kollektiv damit seine Abschiedszeremonie austrägt. Wie bereits mehrfach in den lokalen Medien zu lesen war, wird auf dem Gelände des Jahn-Stadions ein Supermarkt errichtet, so dass der Kunstrasenplatz ab nächster Woche zurückgebaut wird.
Mit dem BSC Rapid Chemnitz gastiert eine Mannschaft in Grimma, welche man vor der Saison durchaus als einer der Staffelfavoriten der Sachsenliga auf dem Zettel haben musste. Vor zwei Jahren, in ihrer Premieren-Saison in der höchsten sächsischen Spielklasse, belegte das Team aus dem Chemnitzer Stadtteil Kappel Rang 13, in der letzten Serie kam man auf Rang acht ins Ziel. Hätte man dem BSC Rapid im Laufe der Saison aufgrund mangelnden Schiedsrichter-Solls nicht sechs Punkte abgezogen, wären die Chemnitzer im Klassement sogar noch besser platziert gewesen. Vor der Saison konnte der Kader qualitativ weiter verbessert werden, so dass man mit dem BSC Rapid in dieser Spielserie durchaus rechnen musste. Dabei verpflichtete man hauptsächlich junge, entwicklungsfähige Spieler, denen die Zukunft gehört. Zu nennen wären dabei Belmin Mesan (VfB Fortuna Chemnitz) oder Nick Röthling (Chemnitzer FC A-Junioren). Das Gerüst des Kaders bilden jedoch Akteure, die bereits beim Stadtrivalen VfB Fortuna Chemnitz bereits in der Oberliga gespielt haben. Als Beispiele gelten dabei Torhüter Tino Kretzschmar, Mittelfeld-Dauerläufer Markus Vettermann oder der extrem spielstarke und technisch versierte Steve Grube. Jiri Jedinak kann beim VfB Auerbach genauso Regionalliga-Erfahrung aufweisen wie der erst kürzlich verpflichtete Paul-Max Walther, der früher seine Brötchen in Bautzen verdiente. Der Transfer von Walther ließ bei der Konkurrenz sicherlich aufhorchen, schließlich holte man damit einen weiteren torgefährlichen Angreifer, der Torjäger Florian Mielke weiter entlasten soll. Mielke war in der letzten Saison mit 25 Treffern Torschützenkönig der Sachsenliga und hat in dieser Serie auch bereits schon wieder sagenhafte 15 Tore beigesteuert. Doch auch dieser allesamt positiven Vorzeichen zum Trotz blieben die Chemnitzer in der Saison bisher weit unter ihren Möglichkeiten. Aktuell rangiert die Elf von Trainer Thomas Schreyer mit 13 Punkten auf Tabellenplatz 13 – das hatte man sich in Kappel sicherlich etwas anders vorgestellt. Drei recht klare Siege (5:0 gegen Plauen II, 5:2 gegen Radebeul, 6:3 in Markranstädt) stehen bisher nur auf der Habenseite, vier Unentschieden kommen hinzu. Seit acht Spielen haben die Chemnitzer nicht mehr gewonnen, was den Sturz auf Rang 13 zur Folge hatte. Am vergangenen Wochenende hoffte man auf die Wende zum Guten, doch eine für alle Außenstehenden völlig überraschende 2:4-Heimniederlage gegen den VfB Zwenkau ließ die Situation nicht unbedingt besser werden. Daher ist die Schreyer-Elf natürlich vor der Winterpause noch einmal gefordert aus den Auswärts-Begegnungen in Grimma und nächste Woche in Glauchau noch etwas mitzunehmen. Das Potenzial innerhalb des Kaders ist auf jeden Fall vorhanden. Allerdings ist der Kader des BSC nicht der Größte, oftmals muss Trainer Thomas Schreyer immer wieder improvisieren. Ein weiterer Nackenschlag in Reihen der Chemnitzer war natürlich das Bekanntwerden des Krebsleidens ihres tschechischen Abwehrspielers David Duran, der aufgrund dieser schweren Krankheit seit Monaten nicht zur Verfügung steht. Der Schock im BSC-Lager war natürlich groß, doch unterstützen die Chemnitzer ihren Mitspieler wo sie nur können.
Die Grimmaer indes wollen den Schwung aus den vergangenen beiden Spielen mitnehmen und aus den beiden Heimspielen noch einmal das Maximum herausholen. Doch dazu muss man im Lager der Muldestädter noch einmal die Kräfte bündeln und mit voller Konzentration diese beiden Aufgaben angehen. Man hat sich in den letzten Wochen eine gute Ausgangsposition in der Tabelle mühsam erarbeitet, diese gilt es nun mit Haut und Haaren zu verteidigen und auszubauen. Dafür sind von jedem Einzelnen seine individuellen Qualitäten natürlich gefragt, weiterhin kommt es aber auch darauf an als Kollektiv zu funktionieren. In Markranstädt hat die Elf von Trainer Daniel Wohllebe eindrucksvoll bewiesen, was möglich ist, wenn die Mannschaft als Einheit auftritt. In einer sehr kritischen Situation ab Mitte der zweiten Hälfte stemmte sich die Truppe erfolgreich gegen das drohende Unheil – der Lohn waren letztlich die drei Punkte. Kämpferisch und läuferisch war diese Begegnung der absolute Maßstab, doch auch spielerisch hat die Mannschaft in den letzten Wochen durchaus zu überzeugen gewusst. Die guten Trainingsleistungen gilt es nun im Wettkampf weiter umzusetzen, dann ist auch gegen Rapid Chemnitz etwas möglich. Des Weiteren haben die Muldestädter mit dem BSC noch eine kleine Rechnung zu begleichen, schließlich verloren die Wohllebe-Schützlinge in der vergangenen Saison ihr Auswärtsspiel in Chemnitz klar mit 1:4 und blieben dabei – auch wenn es damals eine Grimmaer Rumpftruppe war – absolut unter den eigenen Möglichkeiten. Schon aus diesem Grund wird man sich am Samstag vor heimischem Publikum in den 90 Minuten absolut zerreißen.

Sonntag, 26. November 2017
Überragender Jan Evers hält etwas glücklichen Grimmaer Auswärtssieg fest

Unüberwindbar in Markranstädt – FC-Schlussmann Jan Evers
Foto: Karsten Hannover – Grimma

Sachsenliga – 14. Spieltag –

SSV Markranstädt – FC Grimma 0:1 (0:1)
Markranstädt: Wings – Rothe, Oechsner, Glänzel, J. Werner – Reinhard – T. Seifert (ab 87. Baumann), Hildebrandt, S. Seifert – M. Werner, Scheithauer (ab 75. Kunze) – Trainer: Ferl
Grimma: Evers – Kurzbach, Tröger, Maruhn, Ziffert – Radig, Brand – Markus, Engler (ab 90.+5 Konzok), Wiegner (ab 80. Schabram) – Jackisch (ab 88. Drobniak) – Trainer: Wohllebe
Schiedsrichter: Leonhardt (Dresden) – Schiedsrichter-Assistenten: Meisel, Lorenz (beide Dresden) – Tor: 0:1 Engler (37., Foulstrafstoß – Hildebrandt an Ziffert) – Gelbe Karten: Rothe (Foulspiel – 6.), Oechsner (Foulspiel – 88.), Kunze (Foulspiel – 90.+6) – Brand (Meckern – 16.), Ziffert (Foulspiel – 52.), Tröger (Foulspiel – 64.), Maruhn (Foulspiel – 74.), Radig (Foulspiel – 83.) – Reservebänke: Klimas (Tor), Nüchtern, Bittner – Birkigt (Tor) – Zuschauer: 120 im Stadion am Bad zu Markranstädt

Markranstädt. Am drittletzten Spieltag vor der Winterpause hat Sachsenligist FC Grimma einen echten Big Point gelandet. Beim Oberliga-Absteiger SSV Markranstädt gewann die Mannschaft von Trainer Daniel Wohllebe knapp mit 1:0 (1:0) und bleibt damit in unmittelbarer Schlagdistanz zur aktuellen Spitzengruppe. Die Zuschauer im Markranstädter Stadion am Bad sahen insgesamt ein rassiges Spiel, welches absolut auf Augenhöhe anzusiedeln und an Spannung kaum zu überbieten war. Nach einer ersten Hälfte mit Grimmaer Übergewicht hing der Erfolg der Muldestädter im zweiten Durchgang jedoch ein ums andere Mal am seidenen Faden. Doch ein alles überragender Torhüter Jan Evers, der die Gastgeber mit sensationellen Paraden reihenweise zur Verzweiflung brachte, sowie eine totale Opferbereitschaft der gesamten Mannschaft sicherten letztlich die drei Zähler. Zweifelsohne wäre ein Unentschieden an diesem Tag das gerechtere Ergebnis gewesen – ein großes Kompliment gilt hierbei dem SSV Markranstädt, der zum offenen Fight seinerseits viel beitrug und man der Elf den Kräfteverschleiß nach dem Nachholspiel am Mittwoch gegen Stahl Riesa (1:1) keinesfalls ansah. Allerdings nehmen die Gäste die drei Punkte gern mit an die Mulde – für die beiden letzten Begegnungen vor der Winterpause war dieser Sieg extrem wichtig. Diesen schwer erkämpften Auswärtssieg möchte die Wohllebe-Elf am kommenden Samstag natürlich vergolden, wenn um 13.30 Uhr der BSC Rapid Chemnitz im Grimmaer Stadion der Freundschaft gastiert.
Von Beginn an entwickelte sich eine extrem leidenschaftlich geführte Begegnung, welche sich zunächst zwischen den Strafräumen abspielte. Viele rassige Zweikämpfe prägten die Partie, Torchancen blieben zunächst Mangelware. Dies änderte sich nach knapp einer Viertelstunde, wobei die erste Torannäherung die Gastgeber abgaben. Nach gutem Pass von M. Werner steuerte Scheithauer auf das Grimmaer Gehäuse zu, doch strich sein Schuss knapp über den Querbalken (16.). Doch in der Folgezeit bestimmten die Gäste mehr und mehr das Geschehen und erarbeiteten sich eine leichte Feldüberlegenheit. Und siehe da, prompt wurden die Muldestädter auch gefährlich. Nach einem Eckball von Rico Engler köpfte Robin Brand aus Nahdistanz knapp vorbei (18.), nach sehr guter Vorarbeit von Kevin Wiegner blieb der allein durchgebrochene Christoph Jackisch im Eins-gegen-Eins-Duell gegen SSV-Schlussmann Wings nur zweiter Sieger (22.). Defensiv standen die Wohllebe-Schützlinge äußerst kompakt, auch den verletzungsbedingten Ausfall von Leithammel Mirko Dietrich konnte man zunächst sehr gut kompensieren. Die Platzherren, die nahezu alles spielerisch zu lösen versuchten, mühten sich zwar, doch richtig torgefährlich wurde der SSV kaum. Die Ausnahme bildete da ein Kopfball von M. Werner, der nach einer Flanke von S. Seifert knapp das Tor verfehlte (28.). Zwingender waren in Hälfte eins zweifelsohne die Grimmaer, welche sich wenig später auch belohnten. Sehr gut von Jackisch eingeleitet, wurde Toni Ziffert von Hildebrandt im Markranstädter Strafraum unfair gestoppt – Schiedsrichter Leonhardt (Dresden) zögerte keine Sekunde und zeigte sofort auf den ominösen Punkt. Engler ließ sich die Chance nicht nehmen und schickte Wings in die falsche Ecke – 0:1 (37.). Dieser Treffer gab den Wohllebe-Schützlingen zusätzliches Selbstvertrauen. Torschütze Engler versuchte sich aus der Distanz, doch fehlten hier die berühmten Zentimeter (39.). So war indes die knappe Grimmaer Pausenführung letztendlich auch dem Spielverlauf entsprechend.
Natürlich waren die Gäste bestrebt, den Schwung aus den ersten 45 Minuten mit in den zweiten Durchgang zu nehmen. Und tatsächlich hatten die Muldestädter die Möglichkeit, kurz nach Wiederbeginn zu erhöhen. Sehr gut von Engler in Szene gesetzt, steuerte Wiegner allein auf den gegnerischen Kasten zu, doch verkürzte der herauslaufende Wings geschickt den Winkel und verhinderte somit das 0:2 (48.). Doch fortan verlagerte sich das Spielgeschehen mehr und mehr in die Grimmaer Hälfte. Markranstädt legte deutlich einen Zahn zu, die Gäste konnten in der Folgezeit nur noch reagieren und verloren mehr und mehr den Faden. Speziell zwischen der 50. und der 70. Minute erarbeiteten sich die Einheimischen mehrere gute Gelegenheiten zum Ausgleich, wo man im FC-Lager des Öfteren die Luft anhalten musste. Jedoch stemmte sich ein Grimmaer Akteur gegen das Unheil und sicherte seiner Elf den knappen Vorsprung – Schlussmann Jan Evers. Reihenweise verzweifelten die Gastgeber am Grimmaer Torhüter, der mit sensationellen Reflexen und Reaktionen sich als „Man oft the Match“ herauskristallisieren sollte. Was die Einheimischen auch versuchten, Evers hatte immer die passende Antwort parat. Beispiele gefällig? Zunächst kratzte er einen Oechsner-Kopfball überragend aus dem oberen Eck, nachdem Hildebrandt einen Freistoß gefährlich in den Grimmaer Strafraum brachte – die Zuschauer hatten den Ball hier quasi bereits im Tor gesehen (52.). Anschließend senkte sich ein abgefälschter Schuss von S. Seifert wie eine Bogenlampe in Richtung FC-Gehäuse – Evers lenkte die Kugel spektakulär über den Querbalken (63.). Die Muldestädter konnten sich in dieser Phase minutenlang überhaupt nicht befreien, doch hatte man einen Schlussmann in absoluter Top-Form zwischen den Pfosten. So blieb Evers nach einem Reinhard-Kopfball ebenso der Sieger wie bei einem Schuss von Oechsner aus spitzem Winkel, als der FC-Keeper rechtzeitig das kurze Eck dicht machte (65., 68.). Dank eines überragenden Torhüters überstanden die Gäste diese Drangphase des Oberliga-Absteigers und konnten nach gut 70 Minuten selbst wieder einzelne Offensivaktionen starten. So scheiterte Jackisch mit einem Schuss von der Strafraumgrenze am gut reagierenden Wings (71.), bei einer Direktabnahme von Dennis-Sven Radig zischte das Streitobjekt hauchzart am Tor vorbei (72.). Doch so blieb die leidenschaftliche Partie weiter offen, wobei Rand-Leipziger in der Endphase alles auf eine Karte setzten. Der Belagerungszustand des Grimmaer Strafraums wurde fortan wieder größer, doch mit Mann und Maus warfen sich die Gäste in jegliche Schussbahn. Mit Haut und Haaren verteidigten die Wohllebe-Schützlinge den knappen Vorsprung, doch die Platzherren ruckten bis zum Ende an. So wurde es in der Schlussphase einmal noch brenzlig vor dem FC-Gehäuse, als der aufgerückte SSV-Keeper Wings einen Hildebrandt-Eckball knapp am Tor vorbei köpfte (90.). Doch die Muldestädter brachten letztlich den etwas glücklichen Sieg über die Runden, auch eine nahezu siebenminütige Nachspielzeit überstanden die Gäste unbeschadet und durften sich letztlich über drei wichtige Punkte in der Fremde freuen.
Tom Rietzschel

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Freitag, 24. November 2017
Grimma nimmt neuen Schwung in Markranstädt

Vorschau auf den 14. Spieltag der Sachsenliga zwischen

SSV Markranstädt (5.) – FC Grimma (6.)

Datum: Sonntag, 26.11.2017

Spielort: Stadion am Bad, Markranstädt

Anstoß: 14.00 Uhr

Drei Spiele stehen in der Sachsenliga bis zur Winterpause noch auf dem Plan, wobei sich die Staffel in diesem Jahr in Sachen Tabellenvorderfeld als extrem ausgeglichen präsentiert. Der Spitzenreiter vom Neuling des Großenhainer FV hat mit 27 Punkten nur sechs Zähler Vorsprung auf den Tabellen-Siebten, der BSG Stahl Riesa (21) – alles ist offen, in dieser Saison kann in der Sachsenliga jeder jeden schlagen. In diesem Pulk ist auch der FC Grimma vertreten, der nach der 3:5-Niederlage in Hohenstein-Ernstthal durch einen 2:0-Heimsieg über Radebeul diese Pleite sofort getilgt hat. Mit 21 Punkten liegt die Mannschaft von Trainer Daniel Wohllebe mitten in dieser Spitzengruppe, aktuell auf Platz sechs. Darin fehlen allerdings die drei Punkte aus dem Heimspiel gegen VFC Plauen II, als die Vogtländer nicht in Grimma antraten und der Fall noch beim Sportgericht des Sächsischen Fußball-Verbandes liegt. Demzufolge sind die Muldestädter mitten im Geschäft und können am Wochenende den nächsten Schritt in Richtung Top-Drei machen. Doch haben die Grimmaer dabei eine äußerst knifflige Aufgabe zu lösen, führt die Reise am Sonntag zum Oberliga-Absteiger SSV Markranstädt, welcher mit 22 Zählern direkt einen Platz vor dem FC zu finden ist. Der Ball wird am Sonntag um 14.00 Uhr im Markranstädter Stadion am Bad rollen.
Nach fünf Jahren Oberliga-Zugehörigkeit ist der SSV Markranstädt seit dieser Saison wieder unfreiwillig ins sächsische Oberhaus zurückgekehrt. In einem packenden Abstiegsfight zogen die Rand-Leipziger in der vergangenen Oberliga-Saison im Duell gegen den VfL Halle letztlich knapp den Kürzeren und mussten somit den bitteren Weg zurück in die Sachsenliga antreten. Die Gründe dafür sind schnell erzählt. Der extrem junge Kader hatte einfach große Schwierigkeiten sich in der Oberliga zurechtzufinden, so dass es mit 17 Punkten aus 30 Spielen erwartungsgemäß recht schwer sein sollte die Klasse zu halten. Zwar versuchte der SSV in der Endphase der Saison noch einmal die Kastanien aus dem Feuer zu holen, doch eine klare 2:6-Niederlage bei Askania Bernburg ließen die letzten Hoffnungen des Schlusslichtes wie eine Seifenblase zerplatzen. Auch in Sieg in Bernburg hätte indes recht wenig genutzt, schließlich gewann Konkurrent VfL Halle seine letzte Partie bei Carl Zeiss Jena II mit 3:2 und sicherte sich mit 21 Zählern somit den Klassenerhalt in der Oberliga. Nun nimmt der SSV also wieder in der Sachsenliga neuen Anlauf. Dabei steht zwar eine Konsolidierung des Vereins weiter im Vordergrund, allerdings möchte man in der Sportstadt am See nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Die Basis hat man dafür bereits im Sommer gelegt, denn ein Markranstädter Urgestein hat seit Juli wieder die Zügel fest in der Hand. Nach seiner Zeit als Spielertrainer (1993 bis 1998) und Trainer (2002 bis 2005) übernimmt Uwe Ferl zum dritten Mal die Kommandobrücke des SSV Markranstädt. Dem langjährigen DDR-Oberliga-Spieler von Chemie Böhlen, dem 1. FC Lokomotive Leipzig, Chemie Leipzig und Stahl Brandenburg, der zusammen mit Udo Rietzschel (Vater des Grimmaer Teammanagers Tom Rietzschel) bei Lok Leipzig in der Oberliga und bei Vorwärts Dessau in der Liga spielte, gelang es im Vorfeld, einige Spieler zum Verbleib in Markranstädt zu überreden. Mit dem Ex-Grimmaer Marcus Saalbach, Jens Frenzel, Sebastian Seifert, Raik Hildebrandt oder Tino Oechsner hat der erfahrene Coach einige Akteure im Team, die sich trotz des Abstiegs bereit erklärten in Markranstädt weiterzuspielen und bereits allesamt höherklassig agiert haben. Diese bilden eine gewisse Achse in der Mannschaft, welche die sonst sehr jungen Spieler führen sollen. Viele Akteure wurden aus der letztjährigen II. Mannschaften, welche damals noch in der Landesklasse spielte, im Sachsenliga-Kollektiv mit eingebaut, so dass die Mannschaft insgesamt doch eine gewisse Qualität besitzt. Ferl, der nach seiner zweiten Amtsperiode in Markranstädt im Anschluss daran mit dem FSV Zwickau sowie dem FC Grün-Weiß Piesteritz jeweils in die Oberliga aufstieg und mit der SG Taucha die Klasse in der Sachsenliga hielt, legt besonderen Wert auf das Fußballspielen. Das spielerische Element liegt absolut im Fokus – egal bei welchem Spielstand, die Elf rückt davon überhaupt nicht ab. Mit dem bisherigen Saisonverlauf kann man indes in Markranstädt mit der neuen Mannschaft doch sehr zufrieden sein. Platz fünf mit 22 Zählern aus 13 Spielen ist eine Bilanz, die sich durchaus sehen lassen kann. Vor allem auswärts trumpft man derzeit richtig auf – fünf Siege aus sieben Begegnungen stechen durchaus hervor. Zu Hause läuft es indes noch nicht ganz so gut, doch ein 3:2-Erfolg über das Top-Team des FC 1910 Lößnitz beweisen schon die Qualitäten des SSV Markranstädt. Innerhalb der letzten Woche holte die Ferl-Elf vier Punkte aus den letzten beiden Begegnungen. Entschied man das Derby beim VfB Zwenkau am letzten Samstag klar mit 5:1 für sich, trennte man sich am Mittwoch im Nachholspiel gegen die BSG Stahl Riesa daheim mit 1:1. Prunkstück des SSV ist zweifellos ihre Offensive. 30 erzielte Treffer ist der viertbeste Wert der Sachsenliga. Hauptverantwortlich ist dabei Eric Berger mit bereits 12 Saisontoren, doch wird dieser am Sonntag gegen Grimma aufgrund einer Gelb-Rot-Sperre fehlen.
Die Grimmaer nehmen nach dem Sieg gegen Radebeul indes neuen Schwung geholt und wollen nach diesem Erfolg natürlich auch in Markranstädt ein positives Resultat mitnehmen. Bei äußerst widrigen Bedingungen war gegen Radebeul natürlich nicht alles Gold was glänzt, doch letztlich zählte gegen die Rand-Dresdner nur das nackte Ergebnis. Und dies haben die Muldestädter eingefahren, so dass man weiterhin in unmittelbarer Schlagdistanz zur Tabellenspitze steht. Allerdings ist man sich im FC-Lager natürlich darüber im Klaren, dass die Elf noch genügend Luft nach oben besitzt. Steigerungsmöglichkeiten sind weiterhin vorhanden, doch letztlich ist Fußball eben ein Ergebnissport. Defensiv möchte man wieder so kompakt wie gegen Radebeul agieren, im Spiel nach vorn sind wieder jede Menge Ideen gefragt. Und für ein Tor sind die Wohllebe-Schützlinge immer gut.

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