FC Grimma

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Spielberichte

Montag, 19. Juni 2017
Co-Trainer Ingmar Nehring gibt bei 0:2-Niederlage in Glauchau mit 48 (!!!) Jahren sein Comeback

Gab mit 48 (!!!) sein Comeback in der Sachsenliga: Grimmas Co-Trainer Ingmar Nehring (rechts)
Foto: Karsten Hannover – Grimma

WEKU-Sachsenliga – 30. Spieltag –

VfB Empor Glauchau – FC Grimma 2:0 (2:0)
Glauchau: Seyfarth – T. Wagner (ab 81. Strauß , Fischer, Tiepelt, Thiam – Pfau (ab 85. F. Vogel) – Sprunk, Weise, Schad – Hölzel (ab 70. Rothe), Pfoh – Trainer: Weiß
Grimma: Evers – B. Wagner, Tröger, Nehring, Ziffert – Schwarz, Konzok – Kurzbach, Brand, Radig – Jackisch – Trainer: Wohllebe
Schiedsrichter: Rüdiger (Görlitz) – Schiedsrichter-Assistenten: Wolter (Görlitz), Weickelt (Neugersdorf) – Tore: 1:0, 2:0 Hölzel (2., 12.) – Gelbe Karten: keine – Reservebänke: Einert (Tor) – Bache (Tor), Uebe, Wohllebe – Zuschauer: 239 im Sportpark Meeraner Straße zu Glauchau

Glauchau. Auch im letzten Spiel der Sachsenliga-Saison 2016/17 gelang es dem FC Grimma wiederum nicht auf dem Punktekonto noch einmal anschreiben zu können. Mit der 0:2 (0:2)-Niederlage beim VfB Empor Glauchau kassierten die Muldestädter die vierte Pleite in Folge – dennoch wird man die Serie auf dem 3. Tabellenrang mit 50 Punkten abschließen. Über die 90 Minuten war zwar auch in Westsachsen mehr möglich, doch wenn man nach einem katastrophalen Start gerade mit dieser aus der Not geborenen Mannschaft die sich bietenden Möglichkeiten nicht nutzt, darf man sich über eine Niederlage nicht beschweren. Glauchau riss ebenfalls keine Bäume aus, doch bestrafte der VfB Empor die anfänglichen Grimmaer Unzulänglichkeiten resolut. So beenden die Schützlinge von Trainer Daniel Wohllebe nach 30 Spielen die Serie mit dem Bronzeplatz. Nach einer sensationellen Hinrunde ging der Elf jedoch im letzten Drittel der Saison aufgrund dramatischer Verletzungsprobleme merklich die Luft aus, so dass man im Kampf um den Oberliga-Aufstieg nicht mehr eingreifen konnte. Nichtsdestotrotz hat die Elf gezeigt, zu welch Leistungen sie imstande ist zu leisten, so dass man der Truppe letztlich doch für eine gute Saison gratulieren kann.
Zu den Langzeitverletzten Rico Engler, Robert Schabram, Mirko Jentzsch, Kevin Wiegner gesellten sich ebenfalls noch die bereits im Urlaub weilenden Mirko Dietrich, Stefan Maruhn und der privat verhinderte Bence Szepesi, so dass Trainer Daniel Wohllebe aufgrund der drastischen Personalprobleme erneut große Sorgenfalten auf der Stirn hatte. Aufgrund dessen musste Co-Trainer Ingmar Nehring mit 48 (!!!) Lenzen noch einmal über 90 Minuten in der Innenverteidigung die Töppen schnüren und gab knapp neun Jahre nach seinem letzten Sachsenliga-Spiel (07.06.2008, 2:3-Niederlage des Bornaer SV in Görlitz) sein Comeback in Sachsens höchster Spielklasse. Dafür gilt dem Grimmaer Assistenztrainer absolute Hochachtung und riesengroßer Respekt! Dass neben dem Ersatztorhüter und einem A-Juniorenspieler auch noch Cheftrainer Daniel Wohllebe als Spieler auf der Reservebank Platz nehmen musste, zeigt das Grimmaer Personaldesaster umso mehr.
Trotz dieser extrem negativen Vorzeichen mussten die Gäste die Begegnung in Glauchau jedoch nicht unbedingt verlieren. Allerdings ging der Start komplett in die Hose. Bereits nach zwei Minuten stand Empor-Torjäger Hölzel nach einem Diagonalball allein vor Jan Evers und ließ dem Grimmaer Schlussmann mit einem platzierten Schuss keine Chance – 1:0 (2.). Wenig später erhöhten die Gastgeber gar auf 2:0. Nachdem sich Schad auf der linken Seite gut durchsetzen konnte, sah dieser den besser postierten Hölzel, welcher vor dem Tor abermals eiskalt blieb und die Führung verdoppelte (12.). Die Wohllebe-Schützlinge brauchten einige Zeit um sich davon zu erholen. Erst nach gut 20 Minuten kamen die Gäste besser ins Spiel, so dass man sich auch erste Möglichkeiten erspielen konnte. Den Auftakt machte Robin Brand mit einem Distanzschuss, doch konnte er Seyfarth im Empor-Gehäuse damit vor keine Probleme stellen (19.). Zwei Minuten später hätte jedoch der Anschlusstreffer fallen müssen. Seyfarth, von Oliver Kurzbach attackiert, schlug die Kugel genau in die Füße des lauernden Brand, der jedoch vor dem Tor zu unkonzentriert blieb und den Pass zum mitgelaufenen Christoph Jackisch viel zu ungenau spielte (21.). Allerdings blieben die Probleme in der Grimmaer Hintermannschaft unübersehbar. Nach einer schnellen Glauchauer Freistoßausführung lief Sprunk über halbrechts allein auf Evers zu, doch strich sein Schuss über den Querbalken (23.). Bei einem Versuch von Proh aus der Drehung fehlten nur die berühmten Zentimeter (30.). Doch auch der FC hatte durchaus weitere Möglichkeiten um der Partie Spannung zu verleihen. Sehr gut von Brand eingeleitet, lief Jackisch allein auf Seyfarth zu, doch blieb der Empor-Schlussmann in diesem Duell der Sieger (24.). Solche Gelegenheiten müssen einfach erfolgreich abgeschlossen werden, wenn man die Chance haben will etwas mitzunehmen! Etwas an der Präzision fehlte es dann sowohl bei einem Freistoß von Michel Schwarz als auch bei einem Drehschuss von Jackisch – beide Male fehlten die nötigen Zentimeter (36., 43.).
Zwar versuchten die Gäste in der zweiten Hälfte die Partie noch in die gewünschte Richtung zu lenken, doch fehlte es doch deutlich an der Durchschlagskraft im Offensivbereich. Weiterhin prägten viel zu viele Unzulänglichkeiten das Grimmaer Spiel, ebenso wurden sich viel zu oft mit Nebenkriegsschauplätzen beschäftigt. Glauchau tat nicht mehr als nötig und stand defensiv kompakt und hatte mit den Angriffsbemühungen des FC keinerlei Probleme. Einzig ein Schuss von Toni Ziffert verirrte sich in Richtung Gehäuse der Gastgeber, doch fehlte hier ein ganzes Stück (67.). Auf der Gegenseite brauchte Evers nach einem Dropkick von Sprunk nicht eingreifen, da die Kugel über das Ziel segelte (50.). Es entwickelte sich fortan mehr und mehr eine Begegnung zwischen den Strafräumen. Glauchau verwaltete geschickt, Grimma fand keine Mittel. Auch als die Gäste ihre Defensive etwas lockerten, sollte nicht der gewünschte Druck auf die Glauchauer Hintermannschaft aufgebaut werden. Vieles blieb stereotyp, ohne echte Ideen. Stattdessen hätten die Einheimischen in der Endphase die Partie endgültig entscheiden können, als Rothe allein auf Evers zulief, der Grimmaer Keeper allerdings eine höhere Niederlage verhinderte (84.). Auf der Gegenseite blieb den Gästen ebenfalls der Anschlusstreffer verwehrt. Ein Freistoß von Jackisch zischte um Haaresbreite am Gehäuse vorbei (86.), ein Drehschuss von Brand zischte ebenfalls über den Querbalken (89.).
Fazit: Eine nicht unverdiente Grimmaer Niederlage, da man anfangs schläfrig agierte und später die Möglichkeiten nicht zu nutzen vermochte. So ist es natürlich schwer zu punkten. Im Lager des FC ist man nun froh, dass die Saison endlich vorbei ist und man in der kommenden Serie neu angreifen kann. Die Personallage wird sich definitiv entspannen und dann wird man wieder erfolgreich sein. Dennoch ein großes Kompliment für diese Saison. Platz drei ist – auch aufgrund den personellen Problemen im letzten Saisondrittel – aller Ehren wert. Vielleicht wäre bei einem kompletten Kader letztlich mehr möglich gewesen, doch über Konjunktiv und hätte, wäre, wenn braucht man letztlich nicht reden! Die Situation ist so, wie sie ist!
Tom Rietzschel

Montag, 12. Juni 2017
Punkt war mφglich

WEKU-Sachsenliga – 29. Spieltag –

FC Grimma – SV Einheit Kamenz 2:4 (1:3)
Grimma: Evers – B. Wagner, Maruhn, Kunert, Kurzbach – Tröger, Schwarz – Szepesi (ab 75. Bouamama), Brand, Radig – Jackisch – Trainer: Wohllebe
Kamenz: Wochnik – Prentki, Vrabec, F. Wagner, Herzig (ab 67. Tänzer) – Kotyza, Ranninger – Gnieser, Häfner (ab 51. Neumann), Grellmann (ab 80. Höer) – Heine – Trainer: Rietschel
Schiedsrichter: Hartig (Freital) – Schiedsrichter-Assistenten: Nixdorf, Gärtner (beide Dresden) – Tore: 0:1 Kurzbach (3., Selbsttor), 1:1 Szepesi (19.), 1:2 Gnieser (37.), 1:3 Häfner (42.), 2:3 Brand (64.), 2:4 Heine (90.) – Gelbe Karten: Tröger (Foulspiel – 83.) – Herzig (Foulspiel – 61.) – Reservebänke: Födisch, Ziffert – Stein (Tor), Brückner, Rehor, Schidun – Zuschauer: 108 im Stadion der Freundschaft zu Grimma

Grimma. Sachsenligist FC Grimma hat sein letztes Heimspiel der Saison 2016/17 verloren. Gegen den Vizemeister SV Einheit Kamenz unterlagen die Schützlinge von Trainer Daniel Wohllebe mit 2:4 (1:3), wobei nach einer deutlichen Steigerung im zweiten Durchgang durchaus ein Punkt im Bereich des Möglichen lag. In den ersten 45 Minuten musste man jedoch die Dominanz der Ostsachsen anerkennen und agierte selbst nicht entschlossen genug, auch wenn zwei der drei Gegentore sehr unglücklich zustande kamen. Nichtsdestotrotz wirkte Kamenz in Hälfte eins reifer und bestrafte die Grimmaer Unzulänglichkeiten resolut. Nach der Pause agierten die Muldestädter durchaus präsenter und waren nach dem Anschlusstreffer dem Ausgleich nah, doch quasi mit dem Abpfiff machten die Gäste endgültig den Deckel drauf. Während Einheit Kamenz am letzten Spieltag aufgrund des Görlitzer Rückzugs spielfrei ist, reisen die Grimmaer am kommenden Sonntag zum Saisonabschluss zum VfB Empor Glauchau (Anstoß: 15.00 Uhr). Platz drei ist den Muldestädtern jedoch seit Wochen nicht mehr zu nehmen. Den Kamenzern ist zu wünschen, dass vom Nordostdeutschen Fußballverband zeitnah die Nachricht kommt, als Tabellenzweiter der Sachsenliga in die Oberliga aufsteigen zu dürfen. Mit 66 Punkten hat sich dies die Elf von Trainer Frank Rietschel absolut verdient.
Die Vorzeichen für diese Begegnung waren im Vorfeld klar geregelt. Auch wenn bei den Gästen mit Martin Charuza und Ondrej Novotny gelbgesperrt fehlten, waren sie eindeutig Favorit. Der personelle Aderlass bei den Gastgebern ist derzeit aufgrund der gravierenden Verletzungsmisere einfach zu groß. Diesbezüglich stellte sich gegen Kamenz sogar Alexander Kunert, eigentlich Trainer der A-Junioren, zur Verfügung und gab nach 22 Monaten Abstinenz sein Comeback im Sachsenliga-Kollektiv, wobei er seine Sache in der Innenverteidigung durchaus ordentlich löste. Allerdings sollten sich diese negativen Vorzeichen gleich bestätigen – Kamenz machte sofort ernst. Bereits nach drei Minuten knallte Heine – nach vorheriger klarer Abseitsposition in der Entstehung – den Ball an den Pfosten des FC-Tores, die zurückspringende Kugel bugsierte Oliver Kurzbach unglücklich ins eigene Gehäuse – 0:1 (3.). Die Einheimischen hatten zunächst große Mühe ins Spiel zu kommen. Nach guter Kombination stand Grellmann plötzlich völlig frei vor Grimmas Keeper Jan Evers, doch schon der Einheit-Youngster den Ball knapp am Tor vorbei (12.). Doch allmählich kamen auch die Gastgeber in die Gänge, wobei der Ausgleich quasi aus dem Nichts resultierte. Gut von Dennis-Sven Radig eingeleitet, trudelte ein Schussversuch von Christoph Jackisch in Richtung zweiter Pfosten, wo Bence Szepesi rechtzeitig schaltete in die Kugel aus Nahdistanz ins Netz stocherte – 1:1 (19.). Plötzlich waren die Gastgeber da. Zunächst setzte Jackisch einen Schuss nur ans Außennetz (22.), anschließend setzte Stefan Tröger unter Bedrängnis seinen Kopfball nach einer Kurzbach-Ecke knapp drüber (28.). Die beste Möglichkeit ließ allerdings Jackisch aus, der nach einem Sololauf von halblinks allein auf Gäste-Keeper Wochnik zusteuerte, die Kugel jedoch am langen Pfosten vorbei setzte (35.). Allerdings blieb Kamenz stets gefährlich, die spielerische Stärke der Gäste war deutlich zu sehen. Zunächst rettete Stefan Maruhn in höchster Not gegen den einschussbereiten F. Wagner (28.), wenig später klärte Evers spektakulär nach einem Kopfball von Heine, nachdem dieser prima von Prentki in Szene gesetzt wurde (36.). Die Ostsachsen schalteten fortan wieder einen Gang höher, was sich sofort im Ergebnis niederschlagen sollte. Über die Stationen Grellmann und Herzig setzte der einlaufende Gnieser die Kugel aus Nahdistanz zum 1:2 ins Netz (37.). Dies war aber noch nicht alles. Fünf Minuten später köpfte Häfner nach einer Prentki-Flanke an die Querlatte, vom Körper von Evers gelangte die zurückspringende Kugel zum 1:3 ins Tor (42.) – erneut im Ergebnis ein extrem unglückliches Gegentor, allerdings hätte dies in der Entstehung absolut verhindert werden können. Bereits vor diesem dritten Gegentreffer verhinderte Evers im FC-Gehäuse gegen Heine und Häfner einen weiteren Einschlag (39., 40.).
Nach einer etwas lauteren Kabinenansprache kamen die Gastgeber dann mit großer Entschlossenheit aus der Pause. Die Gäste wurden nun immer mehr vom eigenen Tor ferngehalten. Die Ausnahme bildete da ein Freistoß von Kotyza, als Evers jedoch sicher zupackte (55.). Fortan spielte man deutlich zwingender und erreichte mehr als Gleichwertigkeit. Michel Schwarz setzte mit einem Freistoß der erste Achtungszeichen, doch ließ sich Wochnik ebenso wenig überraschen wie wenig später nach einem Freistoß von Jackisch (50., 61.). Kurz darauf ernteten die Platzherren jedoch den Lohn für die Bemühungen. Robin Brand profitierte nach einem Kurzbach-Freistoß vom zögerlichen Eingreifen des Kamenzer Keepers und nickte aus Nahdistanz zum 2:3 ein (64.). Dieser Treffer gab den Muldestädtern zusätzliches Selbstvertrauen, auch wenn spielerisch natürlich nicht alles klappen wollte. Nun war der Elf der unbedingt Wille nun deutlich anzusehen, die Partie noch aus dem Feuer zu reißen. Etwa eine Viertelstunde vor Schluss forcierte FC-Trainer Daniel Wohllebe das Risiko und lockerte die Defensive etwas. In der Folgezeit hatten die Gäste natürlich den einen oder anderen Raum zum Kontern, doch spielten die Ostsachsen diese Gelegenheiten nicht sauber zu Ende. Auf der Gegenseite warteten die Fans der Einheimischen nach einem Foul an Radig im Gäste-Strafraum vergeblich auf den Elfmeterpfiff – Schiedsrichter Hartig (Freital) sah dieses für alle sichtbare Vergehen leider nicht und ließ weiterspielen (78.). Doch auch im Anschluss hatte man noch zwei riesige Möglichkeiten. Zunächst spielte Brand den besser postierten Jackisch frei, doch riss Wochnik reaktionsschnell die Fäuste hoch (82.). Anschließend landete die Kugel nach einer unübersichtlichen Situation abermals vor den Füßen Jackischs, der diesmal jedoch überhastet verzog (85.). Die Gelegenheiten zum Ausgleich waren durchaus vorhanden, stattdessen entschieden die Gäste das Spiel in der Endphase. Zunächst rettete Evers gegen den frei durchgebrochenen Gnieser (88.), wenig später verwandelte Heine nach einer flachen Prentki-Eingabe aus Nahdistanz zum 2:4-Endstand und steuerte damit seinen 14. Saisontreffer bei (90.).
Fazit: Aus Grimmaer Sicht war letztlich aufgrund der zweiten Halbzeit sicherlich mehr drin, doch erwies sich Kamenz als abgezockter und cleverer Kontrahent, welcher bereits in den ersten 45 Minuten die Partie hätte entscheiden können. Trotz der Niederlage hat sich die Grimmaer Mannschaft aufgrund der couragierten zweiten 45 Minuten ein dickes Lob verdient, auch wenn das Ergebnis dies nicht bestätigt. Aufgrund der Personallage war der Auftritt insgesamt doch in Ordnung.
Tom Rietzschel

Montag, 29. Mai 2017
Deutliche Niederlage in Chemnitz

WEKU-Sachsenliga – 28. Spieltag –

BSC Rapid Chemnitz – FC Grimma 4:1 (2:1)
BSC Rapid: Kretzschmar – Möckel (ab 46. Schmidt), O. Schwarz, Duran, Seifert – Jedinak – Vettermann, Ney, Richter (ab 69. Damisch), Grube – Mielke (ab 75. Fischer) – Trainer: Schreyer
Grimma: Evers – Konzok (ab 41. Födisch), Maruhn, Dietrich, Wagner – Tröger, M. Schwarz – Radig, Brand, Kurzbach – Szepesi – Trainer: Wohllebe
Schiedsrichter: Böhmer (Zschopau) – Schiedsrichter-Assistenten: Breidel (Zöblitz), Rehm (Aue) – Tore: 1:0 Duran (30.), 1:1 Brand (37.), 2:1 Richter (44.), 3:1 Mielke (55., Foulstrafstoß – Dietrich an Ney), 4:1 Jedinak (88.) – Gelbe Karten: Grube (Unsportlichkeit – 65.), Ney (Foulspiel – 74.) – Dietrich (Foulspiel – 63.) – Reservebänke: Gellner (Tor) – Nehring, Wohllebe – Zuschauer: 100 in der Sportstätte Kappel zu Chemnitz

Chemnitz. Sieben Spiele ist Sachsenligist FC Grimma ohne Sieg, der letzte dreifache Punktgewinn gelang der Elf Ende März mit einem 3:0-Heimsieg über den BSC Freiberg. In der Phase holten die Muldestädter nur fünf Punkte, wobei die Gründe dafür schnell zu finden sind. Wenn bei einem Kader von 15 Feldspielern aktuell sechs Spieler langzeitverletzt sind und auch in den letzten beiden Begegnungen nicht wieder zurückkommen werden, kann man dies im Lager des FC einfach nicht kompensieren. Neben Robert Schabram (Schulter ausgekugelt), Toni Ziffert (Patellasehne), Mirko Jentzsch (Kreuzbandriss), Christoph Jackisch (Muskelfaserriss) und Rico Engler (Mittelfußbruch) gesellte sich seit Donnerstag auch noch Kevin Wiegner hinzu, der ebenfalls mit einem Mittelfußbruch bis zum Saisonende ausfallen wird. Bei der 1:4 (1:2)-Niederlage beim BSC Rapid Chemnitz erwischte es auch noch A-Junior Jonas Konzok, der mit einer Fußverletzung ebenfalls kurz vor der Halbzeit passen musste. Wenn dann beide Trainer als Reservespieler sowie ein weiterer A-Jugend-Akteur auf der Ersatzbank Platz nehmen müssen, zeigt dies eindrucksvoll, wie schlimm die aktuelle Personalsituation bei der Grimmaern aussieht. Optionen stehen dem Trainerteam gerade überhaupt nicht zur Verfügung, sonst hätte man in Chemnitz sicherlich etwas mitnehmen können. Dies war sicherlich auch mit dieser Rumpftruppe möglich, da genügend Möglichkeiten vorhanden waren. Auf der anderen Seite ließen auch die Gastgeber genug liegen, so dass man diese deutliche Niederlage nun akzeptieren muss. In den letzten beiden Begegnungen gegen Kamenz und in Glauchau gilt es nun nochmal alle verfügbaren Kräfte zu bündeln, da – wie erwähnt – die Personalsituation nicht besser wird. Es gilt das Gesicht zu wahren, Platz drei hat man definitiv nach Saisonabschluss sicher.
Dabei begannen die Elf verbliebenen elf Mohikaner in Chemnitz gar nicht so schlecht. Oliver Kurzbach zwang mit einem Freistoß Rapid-Keeper Kretzschmar zum Eingreifen (3.), Bence Szepesi zögerte – nach guter Vorarbeit von Robin Brand – vor dem Gehäuse beim Torabschluss viel zu lange und verhedderte sich, Dennis-Sven Radig drosch den Nachschuss über den Querbalken (8.). Doch es zeigte sich frühzeitig, dass die Gäste diesmal im Defensivbereich große Probleme hatten. Dabei wurden die Gastgeber immer wieder über die Außen gefährlich. Richters Schuss strich knapp am Tor vorbei (10.), bei Mielkes Versuch rettete FC-Schlussmann Jan Evers mit dem Fuß (14.). Dann waren jedoch wieder die Muldestädter an der Reihe. Sehr gut von Radig eingeleitet, lief Stefan Tröger allein auf das Chemnitzer Tor zu, doch verhinderte Kretzschmar einen Rückstand seiner Elf (20.). Auf der Gegenseite zog Ney die Kugel von rechts scharf nach innen, wo Mielke im Sturmzentrum knapp verpasste (24.). Wenig später gingen die Einheimischen jedoch in Führung. Nach einem Eckball von Grube köpfte Duran die Kugel per Aufsetzer ins Netz – 1:0 (30.). Doch ließ die Antwort der Gäste nicht lange auf sich warten. Sehr gut von Tröger einleitet, landete ein verdeckter Schuss von Brand zum 1:1 im kurzen Eck (37.). Allerdings konnten sich die Wohllebe-Schützlinge nicht lange darüber freuen. Erneut wurden die Gäste über die Außen aufgerissen – einen Querpass von Ney verwandelte Richter aus Nahdistanz mühelos zum 2:1 (44.). Unmittelbar vor dem Pausenpfiff hätten die Muldestädter jedoch abermals ausgleichen können, doch fehlten bei einem Freistoß von Michel Schwarz die berühmten Zentimeter (45.).
Auch im zweiten Durchgang agierten beide Teams weiter unter dem Motto „Tag der offenen Tür“. Beide Mannschaften ließen einfach viel zu viel zu. Kurz nach Wiederanpfiff erhöhten die Gastgeber auf 3:1. Wiederum spielten sich die Einheimischen viel zu einfach durch die Grimmaer Reihen – Mirko Dietrich konnte sich im eigenen Strafraum gegen Ney nur per Foulspiel helfen. BSC-Torjäger Mielke ließ sich vom Punkt nicht zweimal bitten und erzielte dabei seinen 24. Saisontreffer (55.). In der Folgezeit ließen es die Gastgeber jedoch gewaltig schleifen, die Gäste hatten fortan eine Vielzahl richtig guter Gelegenheiten. Den Anfang machte Kurzbach, der zunächst von Radig gut eingesetzt wurde, im Abschluss allerdings an Kretzschmar scheiterte (59.). Kurz darauf lag der Ball zweimal im Netz des BSC Rapid, doch beide Male wurden den Treffern die Anerkennung versagt. Zunächst traf Brand aus vermeintlicher Abseitsposition (60.), anschließend soll Radig beim Torerfolg die Hand zur Hilfe genommen haben (62.). Mit dem Mute der Verzweiflung ruckten die Gäste weiterhin an – ein Distanzschuss von Stefan Maruhn verfehlte knapp das Ziel (64.). Natürlich besaßen die Chemnitzer in der Folgezeit diverse Konterräume, die sie jedoch schlecht ausspielten. Allerdings hätte Mielke nach guter Vorarbeit von Vettermann das 4:1 erzielen müssen, als er die Kugel aus Nahdistanz über den Querbalken jagte (67.). Die besseren Gelegenheiten hatten fortan jedoch die Gäste, allerdings scheiterte es mal wieder an der Verwertung. Radig schaffte es nach guter Tröger-Vorarbeit genauso wenig Kretzschmar zu überwinden wie wenig später Kurzbach, der es von halbrechts versuchte (73., 74.). Sequenzen später lief der Rapid-Schlussmann nochmals zur Höchstform auf, als er einen Maruhn-Kopfball nach vorherigem Kurzbach-Freistoß aus dem Eck fischte (75.). Außerdem fehlten bei einem Kopfball Benjamin Wagners nach einer Schwarz-Ecke die nötigen Zentimeter (77.). Bei einem weiteren Versuch von Radig zeigte sich Kretzschmar abermals auf der Höhe (86.). Die Gastgeber hatten in dieser Phase etwas Glück, doch wer seine Möglichkeiten nicht nutzt, darf sich über Niederlagen letztlich nicht beschweren. In Sachen Effektivität hatten die Einheimischen an diesem Tag die klaren Vorteile auf ihrer Seite. Traf zunächst Ney noch einmal die Latte des FC-Gehäuses (80.), schlugen die Grün-Schwarzen kurz vor Ultimo noch einmal eiskalt zu. Nach einem Eckball von Grube konnte Jedinak völlig unbedrängt zum 4:1 einköpfen (88.), was letztlich auch den Endstand bedeuten sollte.
Fazit: Kein unverdienter Chemnitzer Sieg, da die Elf die Grimmaer Schwächen zu nutzen vermochte und sich vor dem Tor deutlich effektiver zeigte als die Muldestädter.
Tom Rietzschel

Montag, 22. Mai 2017
Elf Grimmaer Mohikaner etwas unter Wert geschlagen

Einer der besten Grimmaer: Oliver Kurzbach (rechts) – hier im Zweikampf gegen den Pirnaer Henschel
Foto: Karsten Hannover – Grimma

WEKU-Sachsenliga – 27. Spieltag –

FC Grimma – VfL Pirna-Copitz 07 1:2 (1:1)
Grimma: Evers – Bouamama, Maruhn, Dietrich, Kurzbach – Tröger, Schwarz – Szepesi, Brand, Radig – Wiegner – Trainer: Wohllebe
Pirna-Copitz: Tietz – Hartmann, van Kolck, Scholz, Benes – Kluttig – Schmidt (ab 90. Swozil), Henschel, Kärger (ab 78. Kreher), Weskott – Riedel (ab 73. Dietze) – Trainer: Däbritz
Schiedsrichter: K. Windisch (Dresden) – Schiedsrichter-Assistenten: Wolter (Görlitz), Näther (Haselbachtal) – Tore: 1:0 Wiegner (21.), 1:1 Kärger (35.), 1:2 Henschel (86.) – Gelbe Karten: keine – Reservebänke: Födisch, Nehring, Klinkenberg – Schumann (Tor), Kletschka – Zuschauer: 103 im Stadion der Freundschaft zu Grimma

Grimma. Die weiße Heimweste ist dahin! Durch die 1:2 (1:1)-Heimniederlage gegen einen keineswegs Bäume ausreißenden VfL Pirna-Copitz kassierte Sachsenligist FC Grimma die erste Pleite in dieser Saison auf heimischem Rasen. Zwar hat diese Niederlage keinerlei Auswirkungen auf die Endplatzierung der Muldestädter, doch sehr ärgerlich war diese schon, da die verbliebenen elf Grimmaer Mohikaner in dieser Partie schon unter Wert geschlagen wurden und man mindestens einen Punkt hätte mitnehmen müssen. So verpassten es die Gastgeber nach der Führung den zweiten Treffer nachzulegen – stattdessen glichen die Gäste quasi aus dem Nichts aus. Auch im zweiten Durchgang hielt die gebeutelte Grimmaer Rumpftruppe lange dagegen, doch ein verdeckter Distanzschuss vier Minuten vor Spielende ließ letztlich die Rand-Dresdner jubeln. Angesichts der aktuellen Situation war dieser Auftritt jedoch ordentlich – mindestens einen Punkt hätte sich der FC verdient gehabt. Doch alles Jammern hilft nichts. Trotz der prekären Personalsituation werden die Schützlinge von Trainer Daniel Wohllebe in den letzten drei Begegnungen noch einmal alle Kräfte bündeln und alles in die Waagschale werfen. Man kann ohne jeglichen Druck aufspielen, Platz drei ist der Elf nicht mehr zu nehmen. Vielleicht ist dann am kommenden Sonntag um 15.00 Uhr beim BSC Rapid Chemnitz wieder etwas möglich.
Neben den Langezeitverletzten Schabram, Engler, Jentzsch, Jackisch, Ziffert und den angeschlagenen Ersatz-Torhütern Friedrich und Bache gesellte sich am Spieltag auch noch der arbeitsmäßig verhinderte Wagner hinzu – diese Ausfallliste ist für diesen schon chronisch kleinen Grimmaer Kader derzeit absolut nicht zu kompensieren. Der FC Grimma ist personell seit Wochen am absoluten Limit angekommen, daher ist es nicht verwunderlich, dass man nun langsam Tribut zollen muss. Nichtsdestotrotz machten die verbliebenen elf Mohikaner das Beste aus der aktuellen Situation und spielten gegen Pirna-Copitz eine durchaus ordentliche erste Hälfte. Zwar hatten die sehr abwartend und respektvoll beginnenden Gäste die erste Möglichkeit, als Schmidt nach einer Weskott-Flanke FC-Keeper Jan Evers zum Eingreifen zwang (15.), doch waren die Gastgeber in den ersten 45 Minuten die bessere Elf. Defensiv ohne Risiko agierend, versuchten die Einheimischen immer wieder schnell nach vorn zu spielen. Nicht von ungefähr gingen die Muldestädter dann auch in Führung. Oliver Kurzbach überspielte mit einem weiten Ball die komplette VfL-Defensive, Kevin Wiegner umkurvte anschließend den zögernden VfL-Keeper Tietz und schob zum 1:0 ein (21.). Dieser Treffer tat dem FC zusätzlich gut. Sehr gut Wiegner eingeleitet hatte Robin Brand die Riesenmöglichkeit zum 2:0, doch konnte er den herausstürzenden Tietz mit einem Heber nicht überlisten (32.). Die Gäste von der Elbe blieben weiterhin erstaunlich passiv um wenig später völlig überraschend ausgleichen zu können. Nach einer Flanke von Hartmann kratzte Evers zwar zunächst den Kopfball von Schmidt aus der Ecke, doch Kärger reagierte am schnellsten und drückte das Streitobjekt über die Linie – 1:1 (35.). Doch nur drei Minuten später hätte der FC abermals in Front ziehen können. Nur Millimeter fehlten bei einem Kopfball Stefan Maruhns, nachdem Michel Schwarz einen Freistoß gefährlich nach innen zog (38.). Auf der Gegenseite wurde es abermals nach einer Hartmann-Eingabe brenzlig, doch köpfte Kärger diesmal knapp daneben (39.). Als sich alle bereits auf das Unentschieden zur Pause eingestellt hatten, schepperte es noch einmal gewaltig im weiten Rund. Kurzbach zog von der Mittellinie per Solo auf und davon, doch landete sein Gewaltschuss nur am Pfosten des VfL-Gehäuses (45.+1).
Im zweiten Durchgang wurde Pirna-Copitz dann aktiver, nichtsdestotrotz blieb die Begegnung ausgeglichen. Die ersten 20 Minuten nach Wiederanpfiff spielten sich nahezu komplett zwischen den Strafräumen ab, Tormöglichkeiten blieben Mangelware. Bei den Gastgebern merkte man langsam den drohenden Kräfteverlust, dennoch biss sich das Grimmaer Häuflein bis zum Ende durch. Als Weckruf für die um ein Haar einschlafenden Zuschauer diente ein mehrmals abgefälschter Schuss von Henschel, doch Evers zeigte hier einmal mehr seine Klasse (66.). Wenig später fand eine Kärger-Flanke den am zweiten Pfosten einlaufenden Schmidt, der die Kugel jedoch nur auf das Netz setzte (72.). Die beste Gäste-Möglichkeit ließ jedoch der gerade eingewechselte Dietze ungenutzt, der das Streitobjekt nach einer Schmidt-Eingabe aus Nahdistanz über den Querbalken jagte (73.). Doch auch die Gastgeber hatten durchaus jetzt wieder Gelegenheiten. Einen Freistoß von Kurzbach kratzte Tietz aus der kurzen Ecke (68.), nach einem weiteren Kurzbach-Freistoß trudelte ein Kopfball von Maruhn nur um Zentimeter am Gehäuse vorbei (83.). Als sich die Zuschauer bereits auf ein Unentschieden eingestellt hatten, sollte das Unheil aus Grimmaer Sicht doch noch seinen Lauf nehmen. Ein zu kurz abgewehrter Ball landete direkt vor den Füßen Henschels, dessen verdeckter, scharfer Distanzschuss durch Freund und Feind hindurch den Weg ins FC-Gehäuse fand – 1:2 (86.). Zwar versuchten die Platzherren mit letzter Kraft die drohende Niederlage verhindern zu können, doch als ein Schuss von Schwarz knapp über den Querbalken zischte (87.), sollte die erste Grimmaer Heimpleite in dieser Saison Gewissheit sein.
Tom Rietzschel

Montag, 15. Mai 2017
Grimmaer Rumpfelf holt Punkt in Markkleeberg

WEKU-Sachsenliga – 26. Spieltag –

Kickers 94 Markkleeberg – FC Grimma 1:1 (1:0)
Markkleeberg: Zita – Moreno Morales, Sund, Hintz, Kauerauf – Zapke, Freyer – K. Adam (ab 79. Schlottmann), Haufe, Mewes – J. Adam – Trainer: Brestrich
Grimma: Evers – Bouamama, Maruhn, Dietrich, Kurzbach – Radig, Brand – Wiegner, Engler (ab 41. Wagner), Szepesi – Jackisch (ab 46. Konzok) – Trainer: Wohllebe
Schiedsrichter: Teichmann (Schneeberg) – Schiedsrichter-Assistenten: Schröder (Chemnitz), Steingräber (Annaberg-Buchholz) – Tore: 1:0 K. Adam (35.), 1:1 Bouamama (63.) – Gelbe Karten: Haufe (Markkleeberg – Foulspiel – 31.), J. Adam (Markkleeberg – Foulspiel – 44.), Hintz (Markkleeberg – Foulspiel – 65.) – Rote Karten: Zapke (Markkleeberg) wegen einer Notbremse (90.+2) – Reservebänke: Nauck (Tor), Nkem, Legler, Unholzer – Nehring – Zuschauer: 102 im Sportpark „Camillo Ugi“ zu Markkleeberg

Markkleeberg. Mit dem fünften Unentschieden in Folge entwickelt sich Sachsenligist FC Grimma derzeit zum Remis-König der Liga. Nach intensiven 90 Minuten holte die Mannschaft von Trainer Daniel Wohllebe bei Kickers Markkleeberg mit einer absoluten Rumpftruppe beim 1:1 (0:1) einen Punkt, so dass die Muldestädter bei noch vier zu absolvierenden Spielen die Saison aller Voraussicht auf den 3. Tabellenplatz beenden werden. Nach einer ersten Halbzeit, in welcher man sich einige Ungenauigkeiten und Unzulänglichkeiten zu viel leistete, steigerte sich die arg gebeutelte Mannschaft in den zweiten 45 Minuten enorm und nahm nach Abpfiff letztlich völlig verdient einen Zähler mit nach Hause. Vielleicht hatten die Gäste in der Schlussphase sogar noch die größeren Reserven und waren dem Sieg eventuell sogar noch etwas näher als die Rand-Leipziger, doch aufgrund der aktuellen Personalsituation geht das Ergebnis letztlich doch in Ordnung. In den letzten vier Begegnungen wird sich der Kader der Muldestädter erwartungsgemäß nicht weiter groß aufblähen, trotzdem möchte man in diesen Partien noch einmal alle Kräfte bündeln. Der Auftakt bildet das Heimspiel am Samstag, wenn man um 14.00 Uhr den VfL Pirna-Copitz erwartet.
Die Verletzten Mirko Jentzsch (Kreuzbandriss), Robert Schabram (ausgekugelte Schulter), Michel Schwarz (Nacken) und Toni Ziffert (Patellasehne), der Gelbgesperrte Stefan Tröger sowie die beiden angeschlagenen Ersatz-Torhüter Dennis Friedrich und Leon Bache – die Ausfallliste des schon extrem kleinen Kaders war ellenlang. Hinzu kamen noch die angeschlagenen Rico Engler und Christoph Jackisch, die sich in Markkleeberg zwar in den Dienst der Mannschaft stellten und begannen, jedoch noch vor bzw. in der Halbzeitpause zusätzlich das Feld räumen mussten. Engler spielt seit Wochen mit einem gebrochenen Mittelfuß, Jackisch zog sich – nach der Vorgeschichte im letzten Spiel am Ende gegen Eilenburg – in Markkleeberg endgültig einen Muskelfaserriss zu. Für beide ist die Saison hiermit nun beendet. Derzeit kommt beim FC Grimma personell alles zusammen, nichtsdestotrotz ergab man sich auch nach dem Pausenrückstand nicht und holte verdientermaßen noch einen Punkt. Ein großes Lob gilt dabei den aushelfenden Bilal Bouamama (Kader II. Mannschaft) und Jonas Konzok (A-Jugend), die sich beide spontan bereit erklärten und ihre Sache sehr ordentlich abwickelten. Bouamama erzielte in seinem ersten Sachsenliga-Einsatz sogar noch den Grimmaer Ausgleichstreffer. Insgesamt verdiente sich jedoch die ganze Truppe aufgrund der zweiten Hälfte großen Respekt, was zeigt, dass auch unter diesen haarsträubenden personellen Bedingungen einiges möglich ist.
Zu Beginn waren die Muldestädter sogar die leicht bessere Mannschaft. Nach guter Vorarbeit von Kevin Wiegner zielte Christoph Jackisch zunächst etwas zu hoch (7.), nach Eingabe von Jackisch köpfte Wiegner knapp drüber (17.). Doch allmählich kamen auch die Kickers in die Begegnung. Immer wieder nutzten die Gastgeber einige Unzulänglichkeiten im Grimmaer Passspiel um schnell kontern zu können. So scheiterte der durchgebrochene Mewes am gut reagierenden Jan Evers im FC-Gehäuse (14.), einen zu kurz abgewehrten Ball setzte erneut Mewes per Distanzschuss knapp neben den Kasten (22.). Doch auch die Gäste deuteten im Ansatz ihre Gefährlichkeit an. Kickers-Schlussmann Zita ließ sich von einem Versuch Englers von der Mittellinie nicht überlisten (25.), über die Stationen Oliver Kurzbach und Bence Szepesi verfehlte Dennis-Sven Radig knapp das Ziel (29.). Dies war es jedoch aber schon mit Grimmaer Offensivaktionen in Hälfte eins. Die Endphase gehörte eindeutig den Einheimischen, welche zehn Minuten vor der Pause in Führung gingen. Kevin Adam konnte aus der Distanz ungehindert abdrücken – vom Innenpfosten schlug das Streitobjekt im FC-Gehäuse ein (35.). Im Anschluss daran hatten die Gäste im Defensivbereich einige Probleme und hatten Glück dass die Kickers nicht erhöhten. Sehr gut von Julian Adam eingeleitet, verfehlte zunächst Mewes knapp das Ziel (43.). Anschließend setzte Freyer abermals J. Adam in Szene, doch auch hier fehlten die berühmten Zentimeter (43.).
In der Halbzeitpause fand Grimmas Trainer Daniel Wohllebe die richtigen Worte. Auch nach dem zusätzlichen Ausfall von Engler und Jackisch appellierte er an die Mannschaft weiter an sich zu glauben und nichts abzuschenken. Und siehe da, auf einmal stand eine viel präsentere Grimmaer Elf auf dem Platz. Mit dem Mut der Verzweiflung ruckte man immer wieder an und setzte die Kickers mehr und mehr unter Druck. Radig setzte mit einem Freistoß die erste Duftmarke, doch ließ sich der Ex-Grimmaer Zita im Kickers-Gehäuse nicht überraschen (48.). Das Spiel verlagerte sich immer mehr in die Markkleeberger Hälfte, so dass der Lohn für die Steigerung recht bald eingefahren wurde. Sehenswert durch ein Solo Kurzbachs eingeleitet, fand dessen anschließende Flanke den am zweiten Pfosten einlaufenden Bouamama, der Zita mit einem Kopfball-Aufsetzer keine Chance ließ – 1:1 (63.). Doch bereits wenig später hätten die Gäste abermals ins Hintertreffen geraten können, als Freyer allein auf das Tor zulief, doch Evers mit einem Blitzreflex den erneuten Grimmaer Rückstand verhinderte (69.). Nichtsdestotrotz gab der Ausgleichstreffer den Muldestädtern weiteren Auftrieb. Unverdrossen suchte man weiterhin das Heil in der Offensive. Der allein auf den Kasten zulaufende Szepesi zögerte vor dem Gehäuse unverständlicherweise mit dem Torabschluss (73.), beim nachfolgenden Freistoß von der Strafraumgrenze fand Stefan Maruhn in Zita seinen Meister (74.). Die Gastgeber beschränkten sich fortan auf ihre Defensivaufgaben und lauerten auf Konter, welche jedoch im Keim erstickt wurden. Ganz anders die Gäste, die noch einmal zum Endspurt bliesen. Sehr gut von Kurzbach eingeleitet, verfehlte Radig mit seinem Schuss knapp das Ziel (87.). In der Nachspielzeit lief der unermüdlich rackernde Robin Brand nach abermaliger guter Vorarbeit von Kurzbach allein auf das Gehäuse zu – Zapke konnte den Grimmaer kurz vor der Strafraumgrenze nur per Foulspiel am folgenden Torabschluss hindern. Schiedsrichter Teichmann (Schneeberg) zögerte keine Sekunde und schickte den Markkleeberger daraufhin mit Rot vom Platz (90.+2). Als sich der folgende Freistoß von Maruhn abermals im Gastgeber-Pulk verfing, ließen die Gäste auch ihre letzte Möglichkeit zum Lucky-Punch ungenutzt (90.+3), so dass man sich letztlich nur mit einem Teilerfolg in Markkleeberg zufrieden geben musste, welcher jedoch mit dieser absoluten Rumpftruppe als absolut verdient zu bezeichnen ist.
Tom Rietzschel

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